Wahr oder falsch: Zerkratzte Teflonpfannen sind gefährlich

Teflonpfanne mit Spiegelei

Bild: pixabay, CC0

Pfannen mit Anti-Haft-Beschichtung sind wohl in den meisten Küchen zu finden. Über die Vorteile von Teflon und verwandten Materialien in der Küche sind sich vermutlich alle einig – über die potentiellen gesundheitlichen Gefahren scheiden sich allerdings die Geister. Die bESSERwisser haben also nachgeforscht: Müssen beschichtete Pfannen in den Müll, wenn sie zerkratzt sind?

Was ist Teflon?

Teflon ist der Markenname des Kunststoffs Polytetrafluorethylen (PTFE). Es wurde 1941 vom Chemiekonzern DuPont patentiert. In seiner bekanntesten  Anwendung als Beschichtung für Pfannen und Töpfe sorgt es dafür, dass Speisen nicht anbrennen und sich leicht vom Pfannenboden lösen. Auch die Reinigung des Kochgeschirrs wird erleichtert. Allerdings ist die Beschichtung recht empfindlich und kann leicht durch Schaben mit ungeeigneten Küchenutensilien oder durch Schrubben zerkratzt werden. Durch die Zubereitung von Speisen in einer so beschädigten Pfanne könnten dann kleinste Teflon-Partikel in unseren Körper gelangen und dort Schaden anrichten, so eine Befürchtung.

Gesundheitliche Risiken

Diese Sorge ist zum Glück unbegründet. Selbst wenn wir solche Partikel verschlucken, werden sie unverändert wieder ausgeschieden, denn Teflon wird von unserem Körper nicht aufgenommen oder verdaut. Hier sind also keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten.

Nichtsdestotrotz sollten Teflonpfannen mit Bedacht eingesetzt werden, denn bei Überhitzung können gefährliche Dämpfe entstehen. Bis zu einer Temperatur von 260°C ist der Kunststoff beständig, kann also langfristig bei dieser Temperatur verwendet werden. Ab 360°C zersetzt sich Teflon und setzt dabei giftige und krebserregende Stoffe frei. Einatmen dieser Dämpfe kann akut zu grippeähnlichen Symptomen führen – dem so genannten Teflonfieber.

Die dafür notwendigen Temperaturen erreicht eine Pfanne allerdings nur, wenn sie ohne Inhalt hoch erhitzt wird. Teflonpfannen also nie vorheizen! Wenn Gargut in der Pfanne ist, ist eine Überhitzung sehr unwahrscheinlich. Schon vor Erreichen der kritischen Temperatur würde der Pfanneninhalt anbrennen und ungenießbar werden. Öl beginnt z.B. in einer beschichteten Pfanne ab ca. 270°C zu rauchen.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie Vögel zu Hause haben. Diese reagieren aufgrund ihrer anders aufgebauten Lungen empfindlicher auf die Dämpfe als Menschen. Hier können schon kleine Partikel, die sich ab 202°C aus der Beschichtung lösen, tödlich wirken.

Die Freisetzung der giftigen Dämpfe ist übrigens unabhängig davon, ob die Pfanne zerkratzt ist oder nicht.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich schon 2005 mit dem Thema befasst und einen Überblick herausgegeben.

 

Vertiefende Literatur:

Hamaya R, Ono Y, Chida Y, Inokuchi R, Kikuchi K, Tameda T, Tase C, Shinohara K., 2015: Polytetrafluoroethylene fume–induced pulmonary edema: a case report and review of the literature. J Med Case Rep. 9:111

Oberdörster G, Finkelstein JN, Johnston C, Gelein R, Cox C, Baggs R, Elder AC., 2000: Acute pulmonary effects of ultrafine particles in rats and mice. Res Rep Health Eff Inst. (96):5-74; disc. 75-86

 

P.S. Inwiefern giftige Stoffe, die bei der Herstellung von Teflon anfallen und in die Umwelt gelangen, uns langfristig schaden könnten, ist noch nicht ausreichend untersucht.

 

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10 Gedanken zu “Wahr oder falsch: Zerkratzte Teflonpfannen sind gefährlich
  1. Manfred Bermadinger

    Man kann nur den Kopf schütteln – Man sieht sich den Film Vergiftete Wahrheit an und man hat verstanden was Teflon macht !

     
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    1. Die bESSERwisser

      Lieber Manfred Bermadinger, vielen Dank für den kritischen Kommentar! Der Film „Vergiftete Wahrheit“ zeigt eindrücklich die Auswirkungen der giftigen Abfälle, die der Chemiekonzern DuPont jahrelang in die Umwelt geleitet hat – einer der größten Umweltskandale, die jemals aufgedeckt wurden. Hohe Konzentrationen an Teflon im Körper bewirken Krankheiten bei Menschen und Tieren. Die Konzentrationen, die beim Kochen und sachgemäßer Handhabung von Teflon-Pfannen freigesetzt werden, erreichen allerdings nicht dieses Ausmaß. Es kann zum Glück jeder selbst entscheiden, ob er Teflon-Pfannen nutzen möchte oder nicht, da es genügend Alternativen am Markt gibt! Liebe Grüße, die bESSERwisser

       
  2. Niki

    2021 : Teflon bleibt sehr wohl im Körper und ist für Schilddrüse Krebs Hoden Krebs Nieren Krebs verantwortlich siehe Fall Robert Bilott gegen DuPont

     
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    1. Die bESSERwisser

      Lieber Niki, vielen Dank für Deinen Kommentar zum Prozess Robert Bilott gegen DuPont! Der Chemiekonzern DuPont wurde Ende der 90er-Jahre angeklagt – und nach langer Zeit auch verurteilt – da er jahrelang giftige Abfälle in die Umwelt geleitet hatte. Viele Menschen und Tiere erkrankten in weiterer Folge an den hohen Konzentrationen an Teflon, die in ihren Körper gelangten. Beim Kochen mit Teflonpfannen handelt es sich um andere Konzentrationen, und bei sachgemäßer Anwendung sollte es keine gesundheitlichen Bedenken geben. Da es aber eine Vielzahl an Alternativen zu Teflonpfannen gibt, kann hier jeder die eigene Wahl treffen. Beste Grüße, die bESSERwisser

       
  3. Mars

    Und wer sagt uns, dass die Angaben, dass alles achso unbedenklich ist, wahr sind? Dupont hat bei dem Drama damals um das PFOA gelogen, dass sich die Balken biegen. Alles was da an „Wissenschaft“ und „Überwachung“ zu der Zeit existierte, war durch die Industrie getätigt worden. Und vertrauen sie unseren Institutionen da wirklich so viel weiter? Gibt es da EU Studien, komplett ohne Industrieeninflüsse. Und selbst, wenn die Teflonpfannen unbedenklich sind, disqualifizieren sie sich durch die Umweltproblematik. Benutzt einfach Eisenpfannen und fertig.

     
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    1. Die bESSERwisser

      Lieber Mars, danke für deine Anmerkung! Zur Verwendung von Teflon als Pfannenbeschichtung gibt es mittlerweile mehrere Studien, laut denen bei sachgemäßer Handhabung beim Braten für Menschen keine Gefahr bestehen sollte. Da es ja heute zum Glück viele Alternativen zu Teflon-Pfannen gibt, kann hier jeder auf eine Pfannen der Wahl zurückgreifen. Liebe Grüße von den bESSERwissern

       
  4. Wolf

    Plastik gehört nicht in die Pfanne!
    Wie war das noch? Völlig ungefährlich….nur ab 202°C fallen die Vögel von der Stange.
    Leute, eine Pfanne wird häufig benutzt und jeden Tag ein bisschen Gift in die Lunge hilft sicher nicht alt zu werden.

     
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    1. Die bESSERwisser

      Lieber Wolf, danke für den Kommentar! Zur Verwendung von Teflon als Pfannenbeschichtung gibt es mehrere Studien, in denen die Giftigkeit der austretenden Dämpfe durch Überhitzung untersucht wurde. Hierbei wurde 202° Celsius als für Vögel und 260° Celsius als für Menschen kritische Temperatur erhoben. Die Temperaturen beim Braten erreichen meist zwischen 180 und 230° Celsius, und somit sollte bei sachgemäßer Handhabung hier für Menschen keine Gefahr bestehen. Da es heute jedoch zum Glück viele Alternativen zu Teflon-Pfannen gibt, kann natürlich jeder auf andere Pfannen zurückgreifen. Liebe Grüße von den bESSERwissern

       
  5. beni

    Es reicht doch wenn der Körper die giftigen Inhaltstoffe auf nimmt. Nicht ohne Grund gibts den Film Black Waters

     
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    1. Die bESSERwisser

      Lieber Beni, vielen Dank für den Kommentar! Der Film Black Waters/ Vergiftete Wahrheit zeigt eindrücklich den Prozess gegen den Chemiekonzern DuPont Ende der 90er-Jahre. Dieser leitete über einen langen Zeitraum giftige Stoffe aus der Teflonproduktion in die Umwelt ab und wurde nach einem langen Prozess dann auch dafür verurteilt – einer der größten Umweltskandale der Geschichte. Viele Menschen und Tiere in der Umgebung erkrankten damals aufgrund der hohen Konzentrationen an PTFE, die sie aufnahmen. Die Konzentration an PTFE, die durch den Gebrauch von Teflonpfannen in den Körper gelangt, ist aber deutlich geringer. Beste Grüße, die bESSERwisser

       

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