Wie lassen sich komplexe Forschungsthemen verständlich vermitteln? Und wie können junge Wissenschaftler:innen lernen, ihre Forschung mit unterschiedlichen Zielgruppen zu teilen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Open Sience und das Vienna Open Lab im Rahmen des europäischen Forschungs- und Ausbildungsnetzwerks EURECA (European Epitranscriptomics of Cancer Academy)
EURECA ist ein von der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions gefördertes Doktoratsnetzwerk. Das Projekt bringt 21 Partnerorganisationen aus Forschung, Klinik und Industrie zusammen, um neue Erkenntnisse über sogenannte RNA-Modifikationen zu gewinnen. Diese kleinen chemischen Veränderungen beeinflussen, wie genetische Informationen in den Zellen genutzt werden. In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass RNA-Modifikationen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung verschiedener Krebsarten spielen können.
Im Zentrum der Forschung stehen unter anderem Prostatakrebs, Neuroblastome und Gliome. Die beteiligten Doktorand:innen untersuchen, wie RNA-Modifikationen das Wachstum von Tumoren beeinflussen, welche molekularen Mechanismen dahinterstehen und wie dieses Wissen künftig für Diagnostik und Therapie genutzt werden könnte. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Krebs besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte für personalisierte Behandlungen zu identifizieren.
Neben der wissenschaftlichen Forschung verfolgt EURECA ein weiteres Ziel: die Ausbildung einer neuen Generation von Krebsforscher:innen. Die Nachwuchswissenschaftler:innen erwerben nicht nur fachliche Expertise in modernen molekularbiologischen Methoden, sondern auch zusätzliche Kompetenzen in Bereichen wie Open Science, Forschungsethik, Innovation und Wissenschaftskommunikation.
Hier bringt das Vienna Open Lab seine Erfahrung in der Vermittlung von Wissenschaft ein. Im Rahmen des Ausbildungsprogramms erhalten die Doktorand Einblicke in Methoden der Wissenschaftskommunikation und lernen, ihre Forschung verständlich und zielgruppengerecht zu präsentieren. Dadurch werden sie darauf vorbereitet, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht nur innerhalb der Fachwelt, sondern auch verantwortungsvoll mit Gesellschaft, Politik und anderen Interessengruppen teilen zu können
„Exzellente Forschung allein reicht heute nicht mehr aus. Wissenschaftler:innen müssen ihre Arbeit auch verständlich erklären, unterschiedliche Zielgruppen erreichen und mit der Gesellschaft in Dialog treten können. Im Rahmen von EURECA möchten wir den Doktorand:innen genau diese Kompetenzen vermitteln und ihnen zeigen, wie bereichernd Wissenschaftskommunikation für die eigene Forschung sein kann.“ (Dr. Karin Garber, Open Science und Vienna Open Lab)
Die Beteiligung am EURECA Netzwerk ermöglicht dem Vienna Open Lab, seine Expertise in einem internationalen Forschungsumfeld einzubringen und gleichzeitig den Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft zu stärken.
Projektname: EURECA – European Epitranscriptomics of Cancer Academy
Förderprogramm: Marie Skłodowska-Curie Doctoral Network (MSCA-DN)
Laufzeit: 2025–2029
Koordinator: Erasmus MC, Rotterdam (Niederlande)
Partner: 21 akademische, klinische und industrielle Organisationen aus Europa
Forschungsschwerpunkt: Die Rolle von RNA-Modifikationen bei der Entstehung und Entwicklung von Krebs
Website: https://eureca-dn.com/
Beitrag von Open Science und Vienna Open Lab: Entwicklung und Durchführung von Trainings zu Wissenschaftskommunikation und Public Engagement für die Doktorand des Netzwerks. Ziel ist es, die Nachwuchsforscher:innen dabei zu unterstützen, ihre Forschung verständlich zu kommunizieren und den Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Zielgruppen zu fördern.
kg, 19.06.2026