Falling Walls Lab: Voller Erfolg für MedUni Wien

Bild: Open Science - Lebenswissenschaften im Dialog (Fotograf: Mathias Hombauer)

Beim diesjährigen Falling Walls Lab erzielte die Medizinische Universität Wien die ersten Plätze. Cosima Prahm, eine Projektpartnerin von Open Science, sicherte sich mit Rang zwei die Chance auf eine Qualifikation für das große Finale in Berlin.

Die Idee, die „Mauern fallen zu lassen“

Das Format des Falling Walls Lab ähnelt dem des Science-Slams: Junge WissenschaftlerInnen bekommen die Möglichkeit, ihre Forschung vor Publikum zu präsentieren. Die Forschungsinhalte müssen das Potential bergen, wissenschaftliche Durchbrüche zu bewirken und die Welt verändern zu können. Und um das Ganze noch schwieriger zu machen, bleiben den jungen ForscherInnen dafür nur drei Minuten Zeit. Im Gegensatz zum Science-Slam wird beim Falling Walls Lab jedoch nicht vom Publikum bewertet, sondern von einer kritischen Fachjury.

Die Vorentscheidungen, wer sein Land vertreten darf, fallen im Vorfeld in den einzelnen Ländern – es gibt bereits mehr als 50 Falling Walls-Standorte weltweit. Das große Finale steigt dann zum Jahrestag des Falls der Berliner Mauer am 9. November in Berlin. Hier messen sich die 100 besten NachwuchswissenschaftlerInnen aus über 50 Ländern.

Falling Walls Lab Austria 2018

Österreich nimmt heuer bereits zum dritten Mal beim Falling Walls Wettbewerb teil. Das Falling Walls Lab Austria 2018 fand am 13. April im Rahmen der langen Nacht der Forschung im großen Sendesaal des Radiokulturhauses statt. Es stellte eine wichtige Qualifikationsrunde dar: Nur die drei Besten kamen eine Runde weiter und kommen somit dem Finale in Berlin einen Schritt näher.

Die diesjährige Jury bestand aus sieben Mitgliedern aus den verschiedensten Fachbereichen, allen voran Jurypräsidentin Helga Nowotny, eine renommierte Sozialwissenschaftlerin. Die Aufgabe der JurorInnen bestand darin, die Forschungsergebnisse der jungen WissenschaftlerInnen nach ihrem Potential zum wissenschaftlichen Durchbruch und der Relevanz für die Gesellschaft zu bewerten. Insgesamt zwölf ReferentInnen versuchten, die Jury davon zu überzeugen, dass ihre Ideen die Mauern in der Wissenschaft zum Fallen bringen. Acht Frauen und vier Männer aus fünf verschiedenen Nationen und acht Institutionen präsentierten ihre Arbeit vor Publikum. So unterschiedlich wie die KandidatInnen waren auch die Themen, über die sie sprachen: So etwa gab es Kurz-Vorträge zur Entwicklung von Antibiotika, zu Pilzen und Medizin, zu Krebs, zur Kontrolle von Prothesen oder zu binären Geschlechteridentitäten.

Erste Plätze für Forschung zu Krebs, Prothesen und Gesundheitsfürsorge

Mit ihrem Vortrag über die Auswahl der richtigen Therapie bei Krebs konnte die Medizinerin Nicole Heinzl von der MedUni Wien die Jury überzeugen und ging als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor. Auch die Medizinerin Cosima Prahm konnte mit ihrer Forschung zum Training der Prothesensteuerung mithilfe eines virtuellen Spiels und Popsongs punkten und holte sich Platz zwei. Cosima Prahm arbeitet im CD-Labor zur Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen von Oskar Aszmann und ist wissenschaftliche Partnerin im Projekt BodyTec von Open Science. Cosima Prahm teilte sich den zweiten Platz mit Ronald Ruggiero Lo Sardo von der MedUni Wien, der die Jury mit seinem Vortrag „Breaking the wall of health care divide“ für sich gewinnen konnte.

Für Nicole Heinzl ist die Teilnahme am Finale in Berlin somit fix. Cosima Prahm und Ronald Ruggiero Lo Sardo sind beide – gemeinsam mit der Erstplatzierten - zu den Technologiegesprächen in Alpbach am 23. August eingeladen. Dort müssen sie um ihr Ticket nach Berlin kämpfen. Ein Publikumsvoting wird entscheiden, wer weiterkommt.

Wir kennen Cosima Prahm aus unserem Projekt BodyTec als motivierte Top-Forscherin, der es wichtig ist, ihre Forschung auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir wünschen ihr viel Glück für Alpbach!

 

Quellen:

APA Science vom 16.04.2018

DerStandard online vom 18.4.12018

 

 

AS, 02.05.2018