{"id":546,"date":"2016-08-18T08:52:49","date_gmt":"2016-08-18T08:52:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=546"},"modified":"2019-04-24T11:16:16","modified_gmt":"2019-04-24T09:16:16","slug":"suppen-von-suppito-haltbar-ohne-konservierungsstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/suppen-von-suppito-haltbar-ohne-konservierungsstoffe\/","title":{"rendered":"Suppen von \u201eSuppito\u201c: Haltbar ohne Konservierungsstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt viele Ern\u00e4hrungstrends.\u00a0Manche kommen,\u00a0manche gehen. Und\u00a0einige bleiben. So war es vor l\u00e4ngerer Zeit die asiatische K\u00fcche mit ihren vielseitigen Curries, die in \u00d6sterreich Fu\u00df fasste. Wenig sp\u00e4ter kam der Boom der Juice Bars, der sich auch halten konnte. Seit einigen Jahren ist auch das Suppenessen bei uns wieder in Mode gekommen. Mitverantwortlich daf\u00fcr ist in Wien sicherlich auch Andrea Scholdan, die mit <a href=\"http:\/\/www.suppito.at\/\">Suppito<\/a> im Jahr 2007 die erste Wiener Suppenmanufaktur im sechsten Bezirk er\u00f6ffnete. Die bESSERwisser haben Andrea Scholdan im Suppito getroffen und sie zu ihrem gewagten Jobwechsel, ihren Produkten und ihrer Konservierungsmethode befragt. Hier ein kurzer Bericht dar\u00fcber.<\/p>\n<div id=\"attachment_550\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/suppen-von-suppito-haltbar-ohne-konservierungsstoffe\/kochen1\/\" rel=\"attachment wp-att-550\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-550\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-550\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kochen1-764x1024.jpg\" alt=\"Koch im Suppito\" width=\"350\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kochen1-764x1024.jpg 764w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kochen1-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kochen1-768x1029.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-550\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Open Science &#8211; Lebenswissenschaften im Dialog, CC BY-NC-SA<\/p><\/div>\n<h1>Aroma-Feuerwerk und gute Stimmung<\/h1>\n<p>Beim Betreten des kleinen Gassenlokals ist gleich einmal eines im wahrsten Sinne des Wortes \u201eatemberaubend\u201c: der bet\u00f6rende Duft. Zuerst sind die verschiedenen Nuancen noch schwierig einzuordnen, aber nach und nach l\u00e4sst sich zumindest eine Curry-Mischung aus der Vielfalt der Duftaromen erkennen. Am gro\u00dfen Herd stehen zwei K\u00f6che, die gut gelaunt nebeneinander Gem\u00fcse schneiden. Es wird gerade Tom Ka Gai, eine thail\u00e4ndische H\u00fchner-Kokossuppe, zubereitet. Die Stimmung ist gut, alles wirkt sehr entspannt. Eine Mitarbeiterin schwirrt herum, und schon ist auch Frau Scholdan da und begr\u00fc\u00dft uns herzlich. Unser erster Eindruck ist positiv: eine Frau, die nur so vor Energie spr\u00fcht, mit ihren MitarbeiterInnen scherzt und gerne lacht. Wir nehmen im Suppito Platz und plaudern mit Frau Scholdan.<\/p>\n<h1>Suppe, Sugos und S\u00fc\u00dfes vom Feinsten<\/h1>\n<p>40.000 Liter Suppe und Eint\u00f6pfe pro Jahr kocht Andrea Scholdan mit ihren K\u00f6chen. Sie bietet Suppen, Sugos und S\u00fc\u00dfes zum Abholen oder mit Lieferservice an. \u201eF\u00fcr all jene, die selbst keine Zeit zum Kochen haben\u201c, wie sie sagt. Alle Gerichte werden nach der 5-Elemente- Lehre mit heimischen und \u00fcberwiegend biologischen Zutaten zubereitet, sind laktose- und glutenfrei und enthalten keine Konservierungsstoffe. Der Erfolg gibt der Medizinerin, die ihre Berufung zum Kochen erst in der zweiten Lebensh\u00e4lfte entdeckt hat, recht: Die Manufaktur gibt es seit fast 10 Jahren und erfreut sich gro\u00dfer Beliebtheit.<\/p>\n<div id=\"attachment_561\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/gewuerze1\/\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-561\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-561\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Gewuerze1-300x228.jpg\" alt=\"Gew\u00fcrzregal im Suppito\" width=\"350\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Gewuerze1-300x228.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Gewuerze1-768x583.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Gewuerze1-1024x778.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-561\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Open Science &#8211; Lebenswissenschaften im Dialog, CC BY-NC-SA<\/p><\/div>\n<p>Zum Kochen im gro\u00dfen Stil gelangte Scholdan \u00fcber Umwege. Urspr\u00fcnglich hatte sie Medizin studiert und war als Fach\u00e4rztin f\u00fcr Urologin t\u00e4tig. Bis zu dem Zeitpunkt, als starke Magen-Darm-Probleme sie zum Umdenken zwangen. Sie setzte sich verst\u00e4rkt mit der 5-Elemente-Ern\u00e4hrungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin auseinander, denn \u201eso konnte es einfach nicht weitergehen\u201c. Die darauf folgende Ern\u00e4hrungsumstellung, bei der warm gekochte Speisen die zentrale Rolle spielen, brachte rasch Genesung. Andrea Scholdan war dadurch so begeistert, dass sie die Medizin an den Nagel hing und sich zur 5 Elemente-Ern\u00e4hrungsberaterin ausbilden lie\u00df. Dadurch motiviert, begann sie Freunde und Familie nach dieser Lehre zu bekochen. Weitere Erfahrung sammelte sie in den K\u00fcchen der Stark\u00f6chinnen Lisl Wagner-Bacher und Kim Sohyi, bevor sie sich im Jahr 2007 mit einer Freundin selbst\u00e4ndig machte und das \u201eSuppito\u201c er\u00f6ffnete.<\/p>\n<div id=\"attachment_558\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/lokal1\/\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-558\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-558\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Lokal1-1024x748.jpg\" alt=\"Suppito Verkaufsraum\" width=\"800\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Lokal1-1024x748.jpg 1024w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Lokal1-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Lokal1-768x561.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-558\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Open Science &#8211; Lebenswissenschaften im Dialog, CC BY-NC-SA<\/p><\/div>\n<h1>Kochen nach der 5-Elemente-Lehre<\/h1>\n<p>Bei dieser Ern\u00e4hrungsform spielen die 5 Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine wichtige Rolle. Diese stehen f\u00fcr verschiedene Geschm\u00e4cker: \u00a0Holzelement (sauer), Feuerelement (bitter), Erdelement (s\u00fc\u00df), Metallelement (scharf) und Wasserelement (salzig). Jedes Nahrungsmittel hat bestimmte geschmackliche, thermische und energetische Eigenschaften, die f\u00fcr bestimmte \u00a0Organe im K\u00f6rper wichtig sind und einem der f\u00fcnf Elemente zugeordnet werden. Entsprechend der Jahreszeit und k\u00f6rperlichen Verfassung sollte man t\u00e4glich Speisen aus allen 5 Elementen zu sich nehmen. Um alle Elemente abzudecken, kommen in die Suppen von \u201eSuppito\u201c oft Ingwer, Algen, Zitronenschale und -saft mit hinein. Auch Yin und Yang spielen eine wichtige Rolle denn durch die richtige Auswahl der Zutaten k\u00f6nnen Hitze oder K\u00e4lte im K\u00f6rper ausgeglichen werden. Auch die richtige Kombination an belebenden oder beruhigenden Zutaten kann Gesundheit und Wohlbefinden f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die Grundprodukte sollten m\u00f6glichst frisch, regional und saisonal sein. Generell sollte m\u00f6glichst alles gekocht werden und Rohkost nur in der warmen Jahreszeit\u00a0 und in kleinen Mengen gegessen werden. Viele Gew\u00fcrze und frische Kr\u00e4uter werden verwendet, Tiefk\u00fchlkost, Mikrowelle und industriell behandelte Lebensmittel jedoch vermieden. Und: \u201eEs ist wichtig, mit Ruhe und Liebe zu kochen und mit Genuss zu essen\u201c, so Scholdan.<\/p>\n<p>F\u00fcr die bessere Bek\u00f6mmlichkeit sollte man zum Beispiel Folgendes beachten: Getreide und H\u00fclsenfr\u00fcchte immer waschen und in kaltem Wasser einweichen. H\u00fclsenfr\u00fcchte immer ohne Deckel kochen, den Schaum absch\u00f6pfen. Das Kochwasser immer weggie\u00dfen. Reis wird in einem Topf so lange gewaschen, bis er nicht mehr sch\u00e4umt.<\/p>\n<div id=\"attachment_560\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?attachment_id=560\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-560\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-560\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Wasserbad-300x225.jpg\" alt=\"Suppito Gl\u00e4ser im Wasserbad\" width=\"350\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Wasserbad-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Wasserbad-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Wasserbad-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-560\" class=\"wp-caption-text\">Gl\u00e4ser im Wasserbad, Bild: Open Science &#8211; Lebenswissenschaften im Dialog, CC BY-NC-SA<\/p><\/div>\n<p>Was f\u00fcr uns \u00fcberraschend war: Die gute alte H\u00fchnersuppe, bei uns die Wunderwaffe gegen grippale Infekte und Verk\u00fchlungen, ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin w\u00e4hrend dieser Krankheit verp\u00f6nt. Dort hei\u00dft es n\u00e4mlich, dass diese Kraftsuppe auch Bakterien und Viren st\u00e4rkt, weshalb sie im Krankheitsfall nicht empfohlen wird. Perfekt ist sie als Vorbeugung oder nach der Krankheit als Kr\u00e4ftigungsmittel.<\/p>\n<h1>Konservieren ohne Chemie<\/h1>\n<p>Die Haltbarkeit der Suppen und Gerichte von Suppito betr\u00e4gt 4 Wochen bei basischen Gerichten. Pikantes und Saures ist sogar bis zu 15 Wochen und l\u00e4nger haltbar. Und all das ohne jeglichen Zusatz von chemischen Konservierungsstoffen. Die Suppen und Sugos werden kochend hei\u00df in saubere Schraubgl\u00e4ser abgef\u00fcllt, mit Deckel verschlossen und rasch im kalten Wasserbad abgek\u00fchlt. \u00a0Anschlie\u00dfend kommen die Gl\u00e4ser sofort in den K\u00fchlschrank.<\/p>\n<div class=\"highlight\">\n<h1>Wissenschaftlicher Hintergrund<\/h1>\n<p>Es gibt physikalische, thermische, chemische und biologische Konservierungsverfahren, die alle verhindern oder verz\u00f6gern sollen, dass Lebensmittel verderben.<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: disc;\">\n<li>Zu den physikalischen Methoden z\u00e4hlen salzen, trocknen, zuckern, tiefk\u00fchlen, k\u00fchlen, vakuumieren, Druckbehandlung und mechanisches Entfernen vom Mikroorganismen.<\/li>\n<li>Thermisch kann man Lebensmittel durch Kochen (Inaktivieren produkteigener Enzyme), Pasteurisieren (Abt\u00f6ten von Keimen, aber nicht von Sporen bei 70\u00b0C bis 100\u00b0C) und Sterilisieren (Abt\u00f6ten von Keimen und Sporen bei \u00fcber 100\u00b0C) haltbar machen.<\/li>\n<li>Bei der chemischen Konservierung kommen chemische Konservierungsstoffe zum Einsatz, die als Zusatz in der Nahrung Mikroorganismen abt\u00f6ten oder deren Wachstum verhindern.<\/li>\n<li>Biologisches Konservieren macht sich erw\u00fcnschte Mikroorganismen zunutze (Milchs\u00e4ureg\u00e4rung, alkoholische G\u00e4rung). Durch deren Wachstum wird die Ausbreitung anderer, unerw\u00fcnschter Mikroorganismen verhindert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Lebensmittel verderben, ist dies auf die Wirkung von Mikroorganismen \u2013 Bakterien und Pilzen &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren. Diese zersetzen Lebensmittel oft bis zur Ungenie\u00dfbarkeit. Bei falscher Herstellung oder Lagerung k\u00f6nnen sich teilweise Keime in Lebensmitteln vermehren, die f\u00fcr Mensch und Tier gef\u00e4hrlich sind. Folgende Mikroorganismen stellen ein Gesundheitsrisiko f\u00fcr Verbraucher \u2013 vor allem f\u00fcr kleine Kinder und \u00e4ltere Menschen \u2013 dar und sind als Ursache lebensmittelbedingter Erkrankungen bekannt: Salmonellen, Campylobacter, EHEC (krankheitsausl\u00f6sende St\u00e4mme des Darmbakteriums E.Coli), Staphylokokken, Listerien, Clostridien, Shigellen und Schimmelpilze.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Mikroorganismen, die bei der Lebensmittelproduktion bewusst zum Einsatz kommen und die die Gesundheit nicht sch\u00e4digen. So werden beispielsweise Milchs\u00e4urebakterien zur Herstellung von Joghurt und Hefe Teig sowie bestimmte Schimmelpilze zur Erzeugung von Schimmelk\u00e4se verwendet.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Referenz<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/edoc.rki.de\/oa\/articles\/ren5P7Lc1dYbs\/PDF\/27hhiFsCQ387Q.pdf\">Tsch\u00e4pe H.: Lebensmittelbedingte Infektionskrankheiten durch Bakterien (2000). Bundesgesundheitsbl &#8211; Gesundheitsforsch &#8211; Gesundheitsschutz: 43:758\u2013769<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt viele Ern\u00e4hrungstrends.\u00a0Manche kommen,\u00a0manche gehen. Und\u00a0einige bleiben. So war es vor l\u00e4ngerer Zeit die asiatische K\u00fcche mit ihren vielseitigen Curries, die in \u00d6sterreich Fu\u00df fasste. Wenig sp\u00e4ter kam der Boom der Juice Bars, der sich auch halten konnte. Seit einigen Jahren ist auch das Suppenessen bei uns wieder in Mode gekommen. 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