{"id":3008,"date":"2025-05-20T12:52:49","date_gmt":"2025-05-20T10:52:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=3008"},"modified":"2025-05-20T12:52:49","modified_gmt":"2025-05-20T10:52:49","slug":"wie-in-vitro-fleisch-die-antibiotikakrise-lindern-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wie-in-vitro-fleisch-die-antibiotikakrise-lindern-koennte\/","title":{"rendered":"Wie In-vitro-Fleisch Antibiotikaresistenzen vermindern k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Antibiotika werden zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt und k\u00f6nnen lebensrettend sein. Aktuell ist jedoch ein alarmierender Anstieg von Antibiotikaresistenzen zu verzeichnen, der unter anderem auch der Massentierhaltung zuzuschreiben ist. Im Labor gez\u00fcchtetes Fleisch k\u00f6nnte zu einer Entspannung der Situation beitragen, denn ein (teilweiser) Umstieg von konventionellem auf In-vitro-Fleisch k\u00f6nnte den Einsatz von Antibiotika bei der Produktion von Fleischprodukten verringern. Die bESSERwisser haben dazu recherchiert.<\/strong><\/p>\n<h2>Laborfleisch: Eine Idee mit langer Geschichte<\/h2>\n<p>In-vitro-Fleisch, auch bekannt als Laborfleisch, Clean meat oder kultiviertes Fleisch, ist ein alternatives, im Labor gez\u00fcchtetes fleischartiges Produkt. Daf\u00fcr werden Tieren im Rahmen einer Biopsie Muskelstammzellen entnommen und dann in Bioreaktoren vermehrt. Aus den Muskelzellen, Fettzellen und Aderngewebe in Kultur k\u00f6nnen so im kleinen Ma\u00dfstab sowohl einfache Produkte wie etwa Burger Pattys als auch komplexere fleischartige Strukturen, die beispielsweise Steaks \u00e4hneln, hergestellt werden. <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/de\/wissen\/medizin-mensch-ernaehrung\/2025-03-24-was-ist-in-vitro-fleisch\/\">Auch mittels 3D-Druck werden In-vitro-Fleischprodukte heute mittlerweile gefertigt.<\/a><\/p>\n<p>Die Idee, Fleisch k\u00fcnstlich herzustellen, ist schon \u00e4lter als man vielleicht glaubt: Bereits 1894 spekulierte der Chemiker Pierre Eug\u00e8ne Marcellin Berthelot, dass tierische Produkte einmal synthetisch hergestellt werden k\u00f6nnten \u2013 ein Gedanke, den auch Winston Churchill 1931 aufgriff.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit widmeten viele Forscher:innen ihre Arbeit dieser Thematik. Darunter war beispielsweise der niederl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftsmann Willen von Eelen, der Pionierarbeit f\u00fcr die Entwicklung von Kulturfleisch leistete. Er war es auch, der 1999 im Alter von 76 Jahren das erste Patent f\u00fcr die industrielle Produktion von kultiviertem Fleisch erhielt. Daraufhin nahm die Forschung zu In-vitro-Fleisch Fahrt auf.<\/p>\n<p>Ein Meilenstein war die Pr\u00e4sentation des ersten Burgers aus kultiviertem Fleischersatz im Jahr 2013 durch Mark Post von der Universit\u00e4t Maastricht. Das Projekt verschlang rund 300.000 Euro, bewies aber, dass Fleisch prinzipiell in vitro hergestellt werden kann [1-3].<\/p>\n<h2>M\u00f6gliche Vorteile von In-vitro-Fleisch<\/h2>\n<p>In-vitro-Fleisch k\u00f6nnte prinzipiell eine tierfreundlichere Alternative zu konventionellem Fleisch darstellen. Aktuell werden jedoch noch Tiere daf\u00fcr ben\u00f6tigt: Einerseits wird f\u00fcr die Entnahme der Ausgangszellen f\u00fcr die Kultur eine Biopsie am lebenden Tier durchgef\u00fchrt, und andererseits basieren viele N\u00e4hrmedien auf dem Blut von Rinderf\u00f6ten. Da dies ethische Bedenken aufwirft, werden hier gro\u00dfe Anstrengungen unternommen, um das zu \u00e4ndern. So wird an der Herstellung unsterblicher Stammzelllinien gearbeitet, und auch nach alternativen N\u00e4hrmedien f\u00fcr die Zellkultur, die ohne Tiere auskommen, wird gesucht [4, 5].<\/p>\n<p>Des Weiteren wird Laborfleisch im Vergleich zu als konventionellem Fleisch als umweltfreundlicher angesehen, da es vergleichsweise weniger Land und Wasser verbraucht. F\u00fcr In-Vitro-Fleisch werden au\u00dferdem nicht Millionen von Tieren unter unw\u00fcrdigen Zust\u00e4nden gehalten und get\u00f6tet. Seine Produktion ben\u00f6tigt allerdings zurzeit noch mehr Energie als konventionelles Fleisch. Und obwohl kultiviertes Fleisch das Potenzial hat, zur Ressourcenschonung beizutragen, zeigt die \u00d6kobilanz aktuell auch noch keinen klaren Vorteil zu herk\u00f6mmlichem Fleisch [6-8].<\/p>\n<p>Ein klarer Vorteil von kultiviertem Fleisch besteht des Weiteren darin, dass das Auftreten von Zoonosen \u2013 also von Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen \u00fcbertragen werden \u2013 dadurch verringert werden k\u00f6nnte. Denn weniger (Massen)Tierhaltung bedeutet auch weniger Mensch-Tier-Kontakte, bei denen es Gelegenheit zur \u00dcbertragung von Krankheitserregern gibt. Somit w\u00fcrde Laborfleisch auch die prinzipielle Gefahr verringern, Mikroorganismen von Tieren auf den Menschen zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Auch in Punkto Lebensmittelsicherheit schneidet Laborfleisch besser ab als herk\u00f6mmliches Fleisch. Da es zu den sogenannten neuartigen Lebensmitteln (&#8222;Novel Foods&#8220;) z\u00e4hlt, gibt es daf\u00fcr besondere Anforderungen und Sicherheitspr\u00fcfungen [9]. Durch das notwenige Zulassungsverfahren und durch die geregelte Laborumgebung, in der das In-vitro-Fleisch gez\u00fcchtet wird, soll es laut Bef\u00fcrworter:innen sicherer als konventionelles Fleisch sein. Laborgez\u00fcchtetes Fleisch kommt aufgrund der strengen Auflagen nur mit einer schwindend geringen Wahrscheinlichkeit mit durch Nahrungsmittel \u00fcbertragenen Mikroorganismen \u2013 wie etwa Salmonellen, E. coli oder Campylobacter \u2013 in Kontakt. Infektionen mit diesen Erregern k\u00f6nnen unter anderem Durchfall ausl\u00f6sen und bei Kindern, \u00c4lteren oder immunschwachen Personen schwerwiegend verlaufen [10-12]. Repr\u00e4sentative Zahlen zur Kontaminationsh\u00e4ufigkeit bei In-vitro-Fleisch gibt es noch nicht, aber Expert:innen sch\u00e4tzen diese als gering ein. F\u00fcr die Sicherheit von In-vitro-Fleisch muss man auch das Rad nicht neu erfinden und k\u00f6nnte bereits etablierte Sicherheitsprotokolle aus der pharmazeutischen Produktion \u00fcbernehmen [13]. Die Erfahrungen zeigen, dass Kontaminationen in der Zellkultur nur \u00e4u\u00dferst selten vorkommen [14, 15].<\/p>\n<p>Und welchen wichtigen Aspekt man bei In-Vitro-Fleisch nicht vergessen darf: Dieses schneidet im Vergleich zu Fleisch aus Massentierhaltung in Bezug auf darin enthaltene Antibiotika deutlich besser ab.<\/p>\n<h2>Bedrohung der globalen Gesundheit durch Antibiotikaresistenzen<\/h2>\n<p>Als Antibiotika werden Stoffe bezeichnet, die Bakterien abt\u00f6ten oder deren Wachstum hindern. Viele davon sind nat\u00fcrliche Stoffe und werden von verschiedensten Mikroorganismen produziert. Es gibt aber auch halbsynthetische Antibiotika, bei denen ein nat\u00fcrlich vorkommender Stoff chemisch modifiziert wird, und vollsynthetische Antibiotika, die kein nat\u00fcrliches Vorbild haben. \u00a0Antibiotika stehen seit den 1940er-Jahren als industriell hergestellte Medikamente zur Verf\u00fcgung und haben seither Millionen von Menschenleben gerettet.<\/p>\n<p>Aktuell gibt es allerdings das Problem, dass Krankheitserreger zunehmend gegen Antibiotika resistent werden und diese nicht mehr wirken, man spricht von Antibiotikaresistenzen. Dieser speziellen F\u00e4higkeit, einem Antibiotikum zu entkommen, liegt ein Resistenz-Gen in Bakterienzellen zugrunde. \u00dcberleben antibiotikaresistente Bakterien eine Antibiotikagabe, vermehren sie sich weiter, w\u00e4hrend Bakterien, die gegen\u00fcber dem Antibiotikum empfindlich sind, abget\u00f6tet werden. Resistenz-Gene werden bei der Teilung an Folgezellen weitervererbt, k\u00f6nnen aber auch auf andere Bakterien \u00fcbertragen werden \u2013 die Resistenz breitet sich aus.<\/p>\n<p>Antibiotikaresistenzen haben mittlerweile derart besorgniserregende Ausma\u00dfe angenommen und sich zu einem so gro\u00dfen globalen Problem entwickelt, dass von einer Antibiotikakrise die Rede ist. Zahlen belegen die drastischen Auswirkungen davon: Im Jahr 2019 starben weltweit rund 1,27 Millionen Menschen aufgrund von Antibiotikaresistenzen. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass diese bis 2050 f\u00fcr mehr Tote als Krebs verantwortlich sein werden, was j\u00e4hrlich 2,9 Billionen Dollar an Mehrkosten verursachen k\u00f6nnte. Laut WHO stellen antimikrobielle Resistenzen aktuell eine der zehn gr\u00f6\u00dften globalen Bedrohungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit dar. In \u00d6sterreich ist die Situation der Antibiotikaresistenzen relativ stabil bzw. hat sich in den letzten Jahren sogar geringf\u00fcgig verbessert, dennoch ist sie weiterhin eine ernsthafte Herausforderung f\u00fcr das Gesundheitswesen [16].<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr das geh\u00e4ufte Auftreten von Antibiotikaresistenzen liegen vor allem beim nicht fachgerechten und \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Einsatz von Antibiotika bei Menschen und Tieren, darunter auch in der (Massen)Tierhaltung von Nutztieren.<\/p>\n<h2>Mensch, Tier &amp; Umwelt: der One-Health Ansatz<\/h2>\n<p>Die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien betrifft Menschen, Tiere und die Umwelt gleicherma\u00dfen \u2013 ein Zusammenhang, der im One-Health-Ansatz in den Mittelpunkt ger\u00fcckt wird. Dieses interdisziplin\u00e4re Konzept sieht die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt als eng miteinander verbunden an und hat das Ziel, gemeinsame Gesundheitsrisiken wie Zoonosen oder Antibiotikaresistenzen wirksam zu bek\u00e4mpfen. Daf\u00fcr wird eine Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche wie etwa der Humanmedizin, Veterin\u00e4rmedizin, Landwirtschaft und Umweltwissenschaften angestrebt.<\/p>\n<p>Zoonosen wie etwa die Vogelgrippe, die in den USA seit Anfang 2025 Probleme bereitet, zeigen, wie wichtig es ist, nicht isoliert zu denken [17-19] . Aber auch Krankheiten wie die Maul-Klauenseuche, die zwischen Tieren \u00fcbertragbar ist, bedrohen die wirtschaftliche Existenz europ\u00e4ischer B\u00e4uer:innen und k\u00f6nnen schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben [20, 21].\u00a0 Auch Antibiotikaresistenzen, die durch den Einsatz in der Tierhaltung entstehen, oder Umweltprobleme wie verschmutztes Wasser und Klimawandel wirken sich direkt auf die menschliche Gesundheit aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_3010\" style=\"width: 982px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/In-vitro-Fleisch.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3010\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3010 size-full\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/In-vitro-Fleisch.png\" alt=\"\" width=\"972\" height=\"877\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/In-vitro-Fleisch.png 972w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/In-vitro-Fleisch-300x271.png 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/In-vitro-Fleisch-768x693.png 768w\" sizes=\"(max-width: 972px) 100vw, 972px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3010\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Abbildung1<\/strong>: Laut dem One-Health-Ansatz sind die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. So haben etwa Zoonosen und Antibiotikaresistenzen Einfluss auf Menschen, Tiere und die Umwelt, werden aber gleichzeitig auch von diesen beeinflusst. Bild: Open Science \u2013 Lebenswissenschaften im Dialog, erstellt mit @BioRender.com (Abbildung nachgebaut von der AGES-Website \u201eOne Health: Gesundheit f\u00fcr Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt\u201c, abgerufen am 07.05.2025)<\/p><\/div>\n<p>Da sich Krankheiten und Antibiotikaresistenzen durch internationalen Handel, Reisen oder Tiertransporte weltweit ausbreiten, kennen sie keine Landesgrenzen. Ein lokales Problem kann somit auch zu einer globalen Gesundheitskrise werden.<\/p>\n<h2>Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung<\/h2>\n<p>In der modernen Nutztierhaltung kommen standardm\u00e4\u00dfig Antibiotika zum Einsatz \u2013 oftmals solche, die auch f\u00fcr medizinische Anwendungen beim Menschen wichtig sind. Im Krankheitsfall werden in Mastst\u00e4llen alle Tiere mit Antibiotika behandelt, da es schwierig bis unm\u00f6glich ist, die erkrankten Tiere ausfindig zu machen und sie einzeln zu behandeln. Der Antibiotika-Bedarf ist in der Massentierhaltung besonders gro\u00df, da die Tiere auf engem Raum gehalten werden und das Risiko f\u00fcr die Ausbreitung von Krankheiten sehr hoch ist. In \u00d6sterreich wurden 2023 insgesamt 26,7 Tonnen Antibiotika an Nutztiere verabreicht, wobei zwei Drittel davon an Schweine gingen. Diese Praxis hat dazu gef\u00fchrt, dass gro\u00dfen Mastst\u00e4lle mittlerweile zu einer Brutst\u00e4tte f\u00fcr antibiotikaresistente Bakterien geworden sind. Da Antibiotika von den Tieren nicht g\u00e4nzlich verstoffwechselt werden k\u00f6nnen, gelangen sie durch deren Ausscheidungen auch in die Umwelt. Sie landen im Ab- und Grundwasser und in weiterer Folge auch im Boden, in den Fl\u00fcssen, den Seen und im Meer. Dort k\u00f6nnen sich antibiotikaresistente Mikroben vermehren und dann in weiterer Folge auch den Menschen infizieren [11-14]. Die Praxis der Antibiotikagabe in der Viehwirtschaft tr\u00e4gt somit ma\u00dfgeblich zur Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien bei.<\/p>\n<p>Nicht nur die Ausscheidungen der mit Antibiotika behandelten Tiere, sondern auch deren Fleisch kann zum Problem werden. Einerseits landen mit dem Fleisch auch immer wieder antibiotikarestistente Keime sowie R\u00fcckst\u00e4nde von Antibiotika auf unseren Tellern. Diese k\u00f6nnen so auch bei mit dem Menschen assoziierten Mikroorganismen zu Resistenzen f\u00fchren und sich bei zu gro\u00dfer Menge toxisch auf den Menschen auswirken und DNA-Mutationen hervorrufen. [22-26]. Im Westen Europas ist diese Problematik relativ gering, da hier R\u00fcckst\u00e4nde von Antibiotika im Fleisch zwar oft nachgewiesen werden, jedoch den Schwellenwert nur selten \u00fcberschreiten. Dieser wurde von der Europ\u00e4ischen Kommission in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen und der EFSA \u2013 der Europ\u00e4ischen Lebensmittelsicherheitsbeh\u00f6rde \u2013 mit 100 Mikrogramm Antibiotika pro einem Kilogramm Fleisch festgesetzt [27, 28].<\/p>\n<p>In der konventionellen Viehzucht k\u00f6nnte der Antibiotikaverbrauch durch stringentere Hygienekontrollen, bessere Futterqualit\u00e4t und weniger Stress der Tiere verringert werden. Eine einfache Methode w\u00e4re schon, das Streu auf dem Boden in St\u00e4llen mit Kalk zu vermischen, der antibakterielle Eigenschaften besitzt und somit der Ausbreitung von Krankheiten vorbeugt [29]. Einige europ\u00e4ischen Tier\u00e4rzt:innen sehen aber ein Problem der kompletten Abschaffung von Antibiotika in der Nutztierhaltung. Sie empfehlen stattdessen eine kombinierte Herangehensweise von optimierten Haltungsbedingungen, Impfungen der Tiere und \u00dcberwachung des Antibiotika-Einsatzes [30].<\/p>\n<h2>Bio: die bessere Alternative<\/h2>\n<p>Auch in der Bio-Landwirtschaft l\u00e4sst sich der Einsatz von Antibiotika nicht g\u00e4nzlich vermeiden, da auch hier erkrankte Tiere behandelt werden m\u00fcssen. Dennoch ist Bio-Fleisch ein Schritt in die richtige Richtung, was Antibiotikaresistenzen betrifft. Da die Bio-Haltungsbedingungen generell besser als die konventionellen sind, treten auch bakteriell bedingte Erkrankungen hier seltener auf, und es werden dementsprechend weniger Antibiotika ben\u00f6tigt. Die vorbeugende Verabreichung ist in Bio-Betrieben verboten, und Tiere bekommen nur Antibiotika verabreicht, wenn sie erkranken. Des Weiteren ist eine Antibiotikumgabe maximal dreimal pro Jahr und nur unter Aufsicht eines\/einer Tier\u00e4rzt:in erlaubt. Bei einer Lebensdauer von weniger als einem Jahr d\u00fcrfen Antibiotika nicht mehr als einmal verabreicht werden. Werden diese Kriterien nicht erf\u00fcllt, darf das Fleisch nicht als \u201eBio\u201c gelabelt werden und muss als konventionelles Fleisch verkauft werden [31]. Dies ist etwa dann der Fall, wenn Medikamente eingesetzt wurden und danach eine geringere als die f\u00fcr Bio zul\u00e4ssige Wartezeit eingehalten wurde. Fleisch aus biologischer Tierhaltung ist daher in Hinblick auf Antibiotika auf alle F\u00e4lle weniger bedenklich, allerdings auch teurer \u2013 ein Hindernis f\u00fcr viele Konsument:innen, dieses zu kaufen. Genau hier \u2013 bei Konsument:innen, die auf Fleisch nicht verzichten wollen und sich teureres Fleisch aus Bio-Produktion nicht leisten k\u00f6nnen oder wollen \u2013 k\u00f6nnte In-vitro-Fleisch ins Spiel kommen.<\/p>\n<h2>In-vitro-Fleisch: Produktion bereits ohne Antibiotika m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Durch In-vitro-Fleisch k\u00f6nnte theoretisch der Verbrauch von Antibiotika und somit die Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen einged\u00e4mmt werden, so eine gro\u00dfe Hoffnung.<\/p>\n<p>Beim Kultivieren von S\u00e4ugerzellen im Labor wird generell zwar mit Antibiotika gearbeitet, um Kontaminationen durch Bakterien, Hefen und Pilze zu verhindern. Aktuell ist das auch bei der Herstellung von In-vitro-Fleisch (noch) der Fall. Dabei herrscht im Vergleich zu Mastbetrieben jedoch eine weitaus sterilere Umgebung, sodass deutlich weniger Antibiotika n\u00f6tig sind. Diese werden den Zellen aktuell eigentlich nur zugesetzt, um auf Nummer sicher zu gehen und Kontaminationen von vornherein keine Chance zu geben [32, 33].<\/p>\n<p>Viele Unternehmen in der In-vitro-Branche arbeiten aktuell auf Hochtouren daran, Kulturbedingungen f\u00fcr In-vitro-Fleisch ganz ohne Antibiotika zu entwickeln, und manchen von ihnen ist dies schon gegl\u00fcckt.<\/p>\n<p>So etwa produziert die amerikanische Firma Good Meat In-vitro-H\u00fchnerfleisch, ohne daf\u00fcr Antibiotika einzusetzen [34]. Um dabei die Sicherheit seiner Produkte zu gew\u00e4hrleisten, hat Good Meat strenge Sicherheitsprotokolle eingef\u00fchrt, die etwa die ausschlie\u00dfliche Nutzung von sterilem (Einweg-)Equipment und das sterile Filtrieren der Zellmedien vorsehen. Zus\u00e4tzlich gibt es strikte Hygiene- und Reinigungspl\u00e4ne f\u00fcr die Produktionsst\u00e4tte. Die Zellen in Kultur werden au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfig unter dem Mikroskop auf Auff\u00e4lligkeiten kontrolliert. Vor der Verarbeitung zu Fleischprodukten werden die Zellen dann auch noch einmal auf Kontamination getestet.<\/p>\n<p>Future Meat Technologies hingegen, ein israelisches Start-Up-Unternehmen, stellt kultiviertes Fleisch aus unsterblichen Fibroblastenzelllinien her, die urspr\u00fcnglich aus befruchteten H\u00fchnereiern stammen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigen sie keine Antibiotika.<\/p>\n<p>Upside Foods wiederum hat einen anderen Ansatz, um den Einsatz von Antibiotika bei der Herstellung von Laborfleisch zu vermeiden: Das US-Jungunternehmen verwendet Antibiotika nur daf\u00fcr, um Zellen zu lagern, jedoch nicht, um sie zu kultivieren. So beinhalten die In-vitro-Fleischprodukte Antibiotika in schwindend geringen Konzentrationen. Im Labor gez\u00fcchtetes H\u00fchnerfleisch erhielt bereits 2022 gr\u00fcnes Licht von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) [35].<\/p>\n<p>Auch viele andere Unternehmen arbeiten aktuell an innovativen L\u00f6sungsans\u00e4tzen, um beim Kultivieren der Zellen auf Antibiotika verzichten zu k\u00f6nnen. Beim RPM (Random Antimicrobial Peptide Mixtures) etwa handelt es sich um einen Cocktail aus synthetischen Peptiden, die das Bakterienwachstum hemmen, aber keinen negativen Einfluss auf die Zellen haben [36].\u00a0 Die Produktion von Fleisch im Labor soll zuk\u00fcnftig ganz ohne Antibiotika auskommen bzw. sollen die eingesetzten Mengen aufs N\u00f6tigste verringert und sichergestellt werden, dass deren R\u00fcckst\u00e4nde nicht ins Endprodukt gelangen. [37],[38] \u00a0Ein g\u00e4nzlicher Verzicht auf Antibiotika in der Zellkultur h\u00e4tte mehrere Vorteile: Es w\u00fcrde die Sicherheit f\u00fcr Verbraucher:innen erh\u00f6hen und zus\u00e4tzlich eine bessere Alternative in Hinblick auf die sich rasch ausbreitenden Antibiotikaresistenzen darstellen [39-41].<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Im Labor hergestelltes Fleisch birgt prinzipiell gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Umwelt, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit. \u00a0Aktuell steckt es allerdings noch in seinen Kinderschuhen, und es bestehen berechtigte Bedenken hinsichtlich des Energieverbrauchs bei der Herstellung, der prinzipiellen technischen Machbarkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Somit ist In-vitro-Fleisch noch keine realistische Alternative zu konventionellen Fleischprodukten, doch die Entwicklungen schreiten z\u00fcgig voran. Einer der m\u00f6glichen Vorteile der Fleischproduktion im Labor k\u00f6nnte eine langfristige Reduktion oder gar der g\u00e4nzliche Verzicht auf Antibiotika sein. Kultiviertes Fleisch k\u00f6nnte so in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Senkung antibiotikabedingter Risiken f\u00fcr Mensch, Tier und Umwelt leisten \u2013 ein zentraler Aspekt des One-Health-Ansatzes, der die Gesundheit dieser drei Bereiche als untrennbar miteinander verbunden versteht.<\/p>\n<p>Wir bedanken uns recht herzlich bei Klaus D\u00fcrrschmid von der BOKU University f\u00fcr die Hilfe bei diesem Beitrag!<\/p>\n<p><strong>Referenzen:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Benjaminson M. A., Gilchriest J. A. and Lorenz M.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/12416526\/\">In vitro edible muscle protein production system (MPPS): stage 1, fish<\/a>. 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Nat Food. 2022;3:791\u2013794. doi: 10.1038\/s43016-022-00602-y.<\/p>\n<p data-start=\"3020\" data-end=\"3322\">[16] \u00d6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit (AGES): <a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.at\/\">Resistenzbericht 2023: Antibiotikaresistenz und Verbrauch antimikrobieller Substanzen in \u00d6sterreich<\/a>. Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz; 2023. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"3328\" data-end=\"3624\">[17] Spiegel Online: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/vogelgrippe-ein-einziger-wildvogel-kontakt-soll-ausbruch-bei-us-kuehen-ausgeloest-haben-a-102c5551-4dc6-4ca3-85d5-6abbabad6ec4\">Vogelgrippe \u2013 Ein einziger Wildvogel-Kontakt soll Ausbruch bei US-K\u00fchen ausgel\u00f6st haben<\/a>. 2024. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"3630\" data-end=\"3895\">[18] FAZ: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin-ernaehrung\/vogelgrippe-nur-ein-kontakt-zu-einem-vogel-reichte-um-tausende-kuehe-zu-infizieren-110438011.html\">Vogelgrippe \u2013 Nur ein Kontakt zu einem Vogel reichte, um Tausende K\u00fche zu infizieren<\/a>. 2024. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p>[19] ORF Science: <a href=\"https:\/\/science.orf.at\/stories\/3229962\/\">Vogelgrippe \u2013 Aktuelle Berichterstattung<\/a>. 2024. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"4024\" data-end=\"4348\">[20] Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: <a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.gv.at\/Services\/Neuigkeiten-und-Termine\/Archiv-2025\/Neue-Ma%c3%9fnahmen-gegen-Einschleppung-der-Maul--und-Klauenseuche-(MKS).html\">Neue Ma\u00dfnahmen gegen Einschleppung der Maul- und Klauenseuche (MKS)<\/a>. 2025.<\/p>\n<p data-start=\"4354\" data-end=\"4522\">[21] MDR Nachrichten: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/slowakei-maul-und-klauenseuche-100.html\">Slowakei \u2013 Maul- und Klauenseuche<\/a>. 2025. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"4528\" data-end=\"4748\">[22] Ali H. R., Hefny E. G., Koraney N. F. et al.: <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-98189-4\">Antibiotic residues correlate with antibiotic resistance of Salmonella typhimurium isolated from edible chicken meat.<\/a> Sci Rep. 2025;15:15165. doi: 10.1038\/s41598-025-98189-4.<\/p>\n<p data-start=\"4754\" data-end=\"4980\">[23] Abdeta D., Tafesse M. and Bacha B.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/38654684\/\">Detection of selected antimicrobial residues in red meat and kidney of beef cattle slaughtered at Nekemte municipal abattoir, Ethiopia<\/a>. Vet Med Sci. 2024;10(3):e1459. doi: 10.1002\/vms3.1459.<\/p>\n<p data-start=\"4986\" data-end=\"5176\">[24] Ramatla T., Ngoma L., Adetunji M. and Mwanza M.: <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC5745477\/\">Evaluation of antibiotic residues in raw meat using different analytical methods.<\/a> Antibiotics. 2017;6(4):34. doi: 10.3390\/antibiotics6040034.<\/p>\n<p data-start=\"5182\" data-end=\"5513\">[25] United States Department of Agriculture, Food Safety and Inspection Service, Office of Public Health Science: <a href=\"https:\/\/www.fsis.usda.gov\/wps\/portal\/fsis\/topics\/data-collection-and-reports\/chemistry\/red-books\/red-book\">National Residue Program for Meat, Poultry, and Egg Products FY 2018 Residue Sample Results<\/a>. 2018. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"5519\" data-end=\"5922\">[26] AMR Insights: <a href=\"https:\/\/www.amr-insights.eu\/widespread-dissemination-of-salmonella-escherichia-coli-and-campylobacter-resistant-to-medically-important-antimicrobials-in-the-poultry-production-continuum-in-canada\/\">Widespread dissemination of Salmonella, Escherichia coli and Campylobacter resistant to medically important antimicrobials in the poultry production continuum in Canada<\/a>. 2024. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"5928\" data-end=\"6118\">[27] Ramatla T., Ngoma L., Adetunji M. and Mwanza M.: <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC5745477\/\">Evaluation of antibiotic residues in raw meat using different analytical methods<\/a>. Antibiotics. 2017;6(4):34. doi: 10.3390\/antibiotics6040034.<\/p>\n<p data-start=\"6124\" data-end=\"6319\">[28] Benjaminson M. A., Gilchriest J. A. and Lorenz M.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/12416526\/\">In vitro edible muscle protein production system (MPPS)<\/a>: stage 1, fish. Acta Astronaut. 2002;51(12):879\u2013889. doi: 10.1016\/s0094-5765(02)00033-4.<\/p>\n<p data-start=\"6325\" data-end=\"6593\">[29] Bystrom A., Claesson R. and Sundqvist G.: <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC4223092\/\">The antibacterial effect of camphorated paramonochlorophenol, camphorated phenol and calcium hydroxide in the treatment of infected root canals.<\/a> Endod Dent Traumatol. 1985;1(5):170\u2013175. doi: 10.1111\/j.1600-9657.1985.tb00652.x.<\/p>\n<p data-start=\"6599\" data-end=\"6884\">[30] Jerab J., Jansen W., Blackwell J., van Hout J., Palzer A., Lister S., Chantziaras I., Dewulf J. and De Briyne N.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/36009915\/\">Real-world data on antibiotic group treatment in European livestock: Drivers, conditions, and alternatives.<\/a> Antibiotics. 2022;11(8):1046. doi: 10.3390\/antibiotics11081046.<\/p>\n<p data-start=\"6890\" data-end=\"7215\">[31] Europ\u00e4ische Union: Verordnung (EU) 2018\/848 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 \u00fcber die \u00f6kologische\/biologische Produktion und die Kennzeichnung von \u00f6kologischen\/biologischen Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834\/2007 des Rates. Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union. 2018;L150:1\u201392.<\/p>\n<p>[32] Ryu A., Eckalbar W., Kreimer A., Yosef N. and Ahituv N.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28790348\/\">Use antibiotics in cell culture with caution: genome-wide identification of antibiotic-induced changes in gene expression and regulation.<\/a> <em data-start=\"302\" data-end=\"311\">Sci Rep<\/em>. 2017;7(1):7757. doi: 10.1038\/s41598-017-07757-w.<\/p>\n<p>[33] Campos C. O., Bernuci M. P., Vireque A. A., Campos J. R., Silva-de-S\u00e1 M. F., Jamur M. C. and Rosa-E-Silva A. 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Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"542\" data-end=\"748\">[36] The Microbiolists: <a href=\"https:\/\/www.the-microbiologist.com\/news\/no-more-antibiotics-scientists-pioneer-a-safer-way-to-protect-cultured-meat\/5210.article\">No more antibiotics? Scientists pioneer a safer way to protect cultured meat<\/a>. Abgerufen am 20.05.2025<\/p>\n<p data-start=\"542\" data-end=\"748\">[37] Balakrishnan S., Sajeevan A. K. M., Parvathi S., Singh I. B. and Puthumana J.: <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/38533750\/\">An optimized protocol for routine development of cell culture from adult oyster, Crassostrea madrasensis<\/a>. <em data-start=\"279\" data-end=\"294\">Cell Biol Int<\/em>. 2024;48(7):923\u2013938. doi: 10.1002\/cbin.12159.<\/p>\n<p>[38] Singer R. S., Porter L. J., Thomson D. U., Gage M., Beaudoin A. and Wishnie J. K.: <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC6910073\/\">Raising animals without antibiotics: U.S. producer and veterinarian experiences and opinions<\/a>. <em data-start=\"523\" data-end=\"538\">Front Vet Sci<\/em>. 2019;6:452. doi: 10.3389\/fvets.2019.00452.<\/p>\n<p>[39] Almashhadany D. A.: <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC6452087\/\">Detection of antibiotic residues among raw beef in Erbil City (Iraq) and impact of temperature on antibiotic remains<\/a>. <em>Ital J Food Saf<\/em>. 2019;8(1):7897. doi: 10.4081\/ijfs.2019.7897.<\/p>\n<p>[40] Almashhadany D. A., Mohammed H. I., Muslat T. A. M., Rashid R. F., Hassan R. R. and Hassan A. O.: <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/361814463_Antimicrobial_Residues_in_Meat_and_Meat_Products\">Antimicrobial residues in meat and meat products. <em>Health Risks of Food Additives \u2013 Recent Developments and Trends in Food Sector<\/em><\/a>. 2022. doi: 10.5772\/intechopen.105784.<\/p>\n<p>[41] Akhmet Z., Zhaksylykova G. and Serikbayeva A.: <a href=\"https:\/\/potravinarstvo.com\/journal1\/index.php\/potravinarstvo\/article\/view\/1663\">Comparative analysis of antibiotics in broiler meat using different methods.<\/a> <em>J Almaty Technol Univ<\/em>. 2024;143(1):5\u201311. doi: 10.48184\/2304-568x-2024-1-5-11.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antibiotika werden zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt und k\u00f6nnen lebensrettend sein. Aktuell ist jedoch ein alarmierender Anstieg von Antibiotikaresistenzen zu verzeichnen, der unter anderem auch der Massentierhaltung zuzuschreiben ist. Im Labor gez\u00fcchtetes Fleisch k\u00f6nnte zu einer Entspannung der Situation beitragen, denn ein (teilweiser) Umstieg von konventionellem auf In-vitro-Fleisch k\u00f6nnte den Einsatz von Antibiotika bei der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":3015,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[88,505,214,92,83,504,506],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3008"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3008"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3018,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3008\/revisions\/3018"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}