{"id":2289,"date":"2020-04-09T15:40:27","date_gmt":"2020-04-09T13:40:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=2289"},"modified":"2022-05-04T09:59:27","modified_gmt":"2022-05-04T07:59:27","slug":"wildkraeuter-baerlauch-brennessel-sauerampfer-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wildkraeuter-baerlauch-brennessel-sauerampfer-co\/","title":{"rendered":"Wildkr\u00e4uter: B\u00e4rlauch, Brennessel, Sauerampfer &#038; Co"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Fr\u00fchling hat das Sammeln von Wildkr\u00e4utern wieder Saison. Knospen, Samen, Triebe, Bl\u00fcten, Wurzeln sowie die Pflanzen selbst k\u00f6nnen oft zu richtigen Delikatessen verarbeitet werden und liefern noch dazu wertvolle N\u00e4hrstoffe. Auch zum Herstellen von Kosmetikprodukten sind Wildkr\u00e4uter beliebt. \u00a0Die bESSERwisser stellen hier B\u00e4rlauch, Brennessel, Brunnenkresse, Sauerampfer und Gundelrebe vor. <\/strong><\/p>\n<h2>B\u00e4rlauch<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-2292 size-medium\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920-300x225.jpg\" alt=\"B\u00e4rlauch\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/allium-ursinum-846496_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der B\u00e4rlauch\u00a0ist eine Zwiebelpflanze, die in auf feuchten B\u00f6den in Laub- und Auw\u00e4ldern w\u00e4chst. Verwendet werden die Bl\u00e4tter, die bereits sehr fr\u00fch \u2013 meist im M\u00e4rz \u2013 noch vor der Bl\u00fctenbildung gesammelt werden. B\u00e4rlauch liefert viel Vitamin C, zudem enth\u00e4lt er die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Eisen. Der typische knoblauchartige Geschmack und Geruch kommt durch die fl\u00fcchtigen Schwefelverbindungen in seinem \u00e4therischen \u00d6l zustande. Wie bei Zwiebel und Knoblauch entfalten diese Stoffe erst nach dem Zerreiben bzw. Anschneiden ihre Wirkung. \u00c4hnlich dem Knoblauch hat auch B\u00e4rlauch eine blutdrucksenkende Wirkung.<\/p>\n<p>B\u00e4rlauch z\u00e4hlt zu den beliebtesten Wildkr\u00e4utern. Er kann roh oder gekocht genossen werden. Seine Bl\u00e4tter werden f\u00fcr Kr\u00e4uterbutter und -aufstriche, in Pestos, Suppen und So\u00dfen oder im Salat verwendet. Man kann sie auch in \u00d6l einlegen oder \u00e4hnlich wie Spinat zu Strudel, Quiches oder als F\u00fcllung f\u00fcr Ravioli verarbeiten. Gekochten Speisen wie Suppe sollte er erst gegen Ende der Kochzeit beigemengt werden, damit sein Aroma und seine Vitamine nicht verloren gehen.<\/p>\n<p><strong>Achtung<\/strong>: B\u00e4rlauch wird h\u00e4ufig mit giftigen Pflanzen wie Herbstzeitlosen, Maigl\u00f6ckchen, geflecktem Aronstab, vielbl\u00fctigem Wei\u00dfwurz oder verwilderten Gartentulpen verwechselt. Vergiftungsf\u00e4lle k\u00f6nnen t\u00f6dlich enden! Also nur sammeln, wenn man sich ganz sicher ist und jedes Blatt einzeln pfl\u00fccken. Zudem gibt es in \u00d6sterreich zunehmend Warnungen vor Fuchsbandwurm-Eiern auf B\u00e4rlauch. Diese werden erst bei Temperaturen \u00fcber 60 Grad C abget\u00f6tet, nicht jedoch durch Tiefk\u00fchlen. Deshalb Bl\u00e4tter immer gut unter hei\u00dfem Wasser abwaschen. Falls man alle Risiken ausschlie\u00dfen m\u00f6chte: B\u00e4rlauch kann man auch frisch im Handel kaufen, dieser stammt von landwirtschaftlichen Anbaufl\u00e4chen.<\/p>\n<h2>Brennesseln<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-2296 size-medium\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920-300x200.jpg\" alt=\" Brennessel\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brennessel-stinging-nettle-785292_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Brennesseln sind wohl jedem bekannt. Essbar sind sowohl die jungen Pflanzen als auch die Triebspitzen schon \u00e4lterer Pflanzen sowie die Samen. Die Bl\u00e4tter und Triebe k\u00f6nnen \u00e4hnlich wie frischer Spinat oder roh in Salaten verarbeitet werden. Beim Kochen fallen sie wie Spinat sehr stark zusammen. \u00a0Roh sollten die von den St\u00e4ngeln gezupften Bl\u00e4tter kurz hei\u00df \u00fcbergossen werden, um unangenehme s Brennen im Mund zu verhindern. Getrocknet sind Bl\u00e4tter und Triebe in Teemischungen beliebt.<\/p>\n<p>Brennesseln finden schon lange in der Kr\u00e4uterheilkunde Verwendung. Ihre harntreibende und stoffwechself\u00f6rdernde Wirkung wird noch heute gesch\u00e4tzt. Aus den Wurzeln werden Mittel gegen Prostatabeschwerden hergestellt, und in Shampoos und Haarpflegemitteln sind Ausz\u00fcge aus der kiesels\u00e4urereichen Pflanze enthalten. Die Brennessel enth\u00e4lt unter anderem \u00e4therische \u00d6le, organische S\u00e4uren, Vitamin C, B und K, Mineralien wie Kalium, Kalzium, Eisen und Kiesels\u00e4ure, in den Bl\u00e4ttern Flavonoide und das Cumarin Skopoletin, in den Wurzeln pflanzliche Steroidhormone und Lektine.<\/p>\n<p>Die Brennhaare auf Bl\u00e4ttern und St\u00e4ngel, mit denen vermutlich alle schon Bekanntschaft gemacht haben, verursachen Brennen und R\u00f6tungen, manchmal auch Quaddeln. Bricht man die Brennh\u00e4rchen ab, bohrt sich eine kan\u00fclenartige Spitze aus harter Kiesels\u00e4ure in die Haut. Ein chemischer Cocktail, der unter anderem Histamin, Serotonin, Acetylcholin und Ameisens\u00e4ure enth\u00e4lt, wird in die Haut gespritzt.<\/p>\n<h2>Sauerampfer<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Wiesen-Sauerampfer-meadows-sauerampfer-54054_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-2303 size-medium\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Wiesen-Sauerampfer-meadows-sauerampfer-54054_1920-225x300.jpg\" alt=\"Wilder Wiesen-Sauerampfer\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Wiesen-Sauerampfer-meadows-sauerampfer-54054_1920-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Wiesen-Sauerampfer-meadows-sauerampfer-54054_1920-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Wiesen-Sauerampfer-meadows-sauerampfer-54054_1920.jpg 1440w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Fr\u00fcher war der Wiesen-Sauerampfer, der roh gekaut oder verkocht wurde, sehr beliebt. Heute ist bekannt, dass er neben Eiwei\u00df, Flavonoiden, reichlich Vitamin C, Carotin, Eisen und Gerbstoffe auch viel freie Oxals\u00e4ure enth\u00e4lt \u2013 \u00e4hnlich wie Rhabarber. Deshalb sollte er nur in sehr kleinen Mengen roh genossen werden, ansonsten lieber nur gekocht, wie beispielsweise in Saucen. Oxals\u00e4ure gilt in gr\u00f6\u00dferern Mengen als nierensch\u00e4digend. Obwohl er viel Eisen enth\u00e4lt, sollte er nicht bei Eisenmangel eingesetzt werden, da die Oxals\u00e4ure die Eisenaufnahme hemmt.<\/p>\n<p>Sauerampfer kann \u00e4hnlich wie Spinat zubereitet oder mit diesem gemischt werden, damit ein w\u00fcrzigerer Geschmack entsteht. Auch in Suppen wird er verwendet. Besonders beliebt ist die Ampfersuppe in Frankreich, aber auch in Polen und Litauen. Auch in Saucen findet Sauerampfer Verwendung. Es sollten nur junge, makellose Bl\u00e4tter der Pflanze verwendet werden, denn \u00e4ltere \u2013 besonders solche mit L\u00f6chern \u2013 sind unbek\u00f6mmlich. Zudem wird der s\u00e4uerlich-herbe Geschmack des Sauerampfers im Laufe des Jahres immer bitterer.<\/p>\n<h2>Brunnenkresse<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-2300 size-medium\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920-300x200.jpg\" alt=\"Brunnenkresse ausgewachsen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Brunnenkresse-watercress-333746_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Brunnenkresse wurde bereits in einer sehr fr\u00fchen irischen Dichtung aus dem 8. Jahrhundert als Nahrung f\u00fcr Einsiedler erw\u00e4hnt. Sie war auch wichtig f\u00fcr an Skorbut erkrankte Seeleute, sobald diese wieder an Land waren .<\/p>\n<p>Heute ist die Brunnenkresse leider nicht mehr so h\u00e4ufig wie fr\u00fcher zu finden. Sie w\u00e4chst an flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern, Quellen, B\u00e4chen und Flie\u00df-Brunnen. Man kann sowohl Bl\u00e4tter, Triebe als auch Bl\u00fcten und Bl\u00fctenknospen essen oder Keimlinge aus den Samen ziehen. Bedeutend war sie einst, als es noch keine Importwaren gab, als Quelle f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?s=vitamin+c\">Vitamin C<\/a>. Sie eignet sich f\u00fcr den Rohgenuss, beispielsweise in Salaten oder Aufstrichen. Die Kleimlinge sind beliebte <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?s=microgreens\">Microgreens<\/a>. Neben Vitaminen enth\u00e4lt sie auch Bitter- und Gerbstoffe sowie \u00e4therische \u00d6le.<\/p>\n<h2>Gundelrebe<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2302\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920-300x225.jpg\" alt=\"Wildkr\u00e4uter Gundelrebe\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gundelrebe-ground-ivy-116261_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Gundelrebe (oder Gundermann) eignet sich besonders als Gew\u00fcrzkraut. Ihr Geschmack ist leicht bitter, aber sehr intensiv. Sie passt in Suppen, Salate, Fleischspeisen, aber auch in Topfen- und andere Aufstriche. Sie enth\u00e4lt Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe und \u00e4therische \u00d6le und wirkt verdauungsf\u00f6rdernd. In den Bl\u00e4ttern finden sich zudem Lektine, \u00e4hnlich jenen in H\u00fclsenfr\u00fcchten. F\u00fcr Menschen ist sie ungiftig, allerdings m\u00f6glicherweise nicht f\u00fcr Pferde und Kaninchen. In der Landwirtschaft ist sie als Unkraut unbeliebt. Beim Sammeln kann sie leicht mit dem kriechenden G\u00fcnsel verwechselt werden.<\/p>\n<p>Die Gundelrebe wurde vor der Kultivierung des Hopfens aufgrund ihrer Bitterstoffe zur Konservierung von Bier genutzt. Der Name \u201eSoldatenpetersilie\u201c weist auf ihre Beliebtheit als Gew\u00fcrz hin. Bedeutung hatte sie in traditionellen Gr\u00fcndonnerstagsgerichten\u00a0 aus Kr\u00e4utern wie gr\u00fcnen Saucen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchling hat das Sammeln von Wildkr\u00e4utern wieder Saison. Knospen, Samen, Triebe, Bl\u00fcten, Wurzeln sowie die Pflanzen selbst k\u00f6nnen oft zu richtigen Delikatessen verarbeitet werden und liefern noch dazu wertvolle N\u00e4hrstoffe. Auch zum Herstellen von Kosmetikprodukten sind Wildkr\u00e4uter beliebt. \u00a0Die bESSERwisser stellen hier B\u00e4rlauch, Brennessel, Brunnenkresse, Sauerampfer und Gundelrebe vor. 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