{"id":1948,"date":"2018-10-18T15:13:43","date_gmt":"2018-10-18T13:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=1948"},"modified":"2018-10-22T10:12:55","modified_gmt":"2018-10-22T08:12:55","slug":"rote-rueben-gesund-und-gut-gegen-karies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/rote-rueben-gesund-und-gut-gegen-karies\/","title":{"rendered":"Rote R\u00fcben: Gesund und gut gegen Karies"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn sie nicht jedem schmecken: Rote R\u00fcben sind gesund, so viel ist bekannt. Weniger gel\u00e4ufig ist, dass das bunte Gem\u00fcse auch gegen Karies wirkt. Die bESSERwisser haben recherchiert, warum rote R\u00fcben so gesund sind und welche Inhaltsstoffe sie zum Schutzschild gegen Karies machen.<\/p>\n<h1>Herkunft und botanische Zugeh\u00f6rigkeit<\/h1>\n<p>Mit Herbstbeginn hat die Rote R\u00fcbe \u2013 auch als Rote Bete (Deutschland), Rande (Schweiz), Randig oder Rahner (Teile \u00d6sterreichs) bekannt &#8211; wieder Saison. Sei es als Salat, Suppe, Beilage oder Schnitzerl \u2013 das Gem\u00fcse ist von unserem Speiseplan vor allem in der kalten Jahreszeit kaum mehr wegzudenken.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich stammt die Rote R\u00fcbe von der Wilden R\u00fcbe ab. Diese kannte man schon vor 2000 Jahren im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient, \u00fcber die R\u00f6mer gelangte sie dann nach Mittel- und Westeuropa. Hier wurde die rote R\u00fcbe im 19. Und 20. Jahrhundert durch Veredelung zu dem gleichm\u00e4\u00dfig roten, geschmackvollen Gem\u00fcse, das wir heute kennen.<\/p>\n<p>Die Rote R\u00fcbe geh\u00f6rt zur Familie der Fuchsschwanzgew\u00e4chse und ist unter anderem mit Spinat, Mangold, Zucker- und Futterr\u00fcben sowie Quinoa verwandt. Sie w\u00e4chst in der Erde als runde oder l\u00e4ngliche Knolle mit braun-roter Schale. Rote R\u00fcben sind innen rot, manchmal auch rot-wei\u00df gemustert.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<div class=\"highlight\">\n<h1>Rote R\u00fcbe: Wahres \u201eWundergem\u00fcse\u201c<\/h1>\n<p>Ihre Farbe erh\u00e4lt die Rote R\u00fcbe von dem in ihr enthaltenen Betanin, das auch als Betenrot bekannt ist. Es handelt sich dabei um einen wasserl\u00f6slichen, nat\u00fcrlichen Farbstoff, der empfindlich auf Licht und W\u00e4rme reagiert und auch als pH-Indikator eingesetzt werden kann. Betanin geh\u00f6rt der Gruppe der Betalaine an, die als Antioxidantien beschrieben wurden [1].<\/p>\n<p>Die Rote R\u00fcbe ist reich an Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Neben Zucker und Eiwei\u00df enth\u00e4lt diese ballaststoffreiche und kalorienarme Gem\u00fcsesorte auch Fols\u00e4ure, Vitamin C und B-Vitamine. Weiters werden der Roten R\u00fcbe unter anderem appetitanregende Wirkung, F\u00f6rderung der Gallensekretion, Unterst\u00fctzung der Blutbildung sowie vorbeugende Wirkung gegen Erk\u00e4ltungen und Grippe nachgesagt.<\/p>\n<p>Rote R\u00fcben nehmen \u2013 wie alle Blatt- und Wurzelgem\u00fcse \u2013 Nitrat aus dem Boden auf. In dem Zusammenhang wurde lange auch \u00fcber m\u00f6gliche krebsausl\u00f6sende Wirkungen roter R\u00fcben diskutiert &#8211; beim Menschen konnten Studien diese jedoch nicht best\u00e4tigen. Heute wei\u00df man, dass sich Abbauprodukte von Nitrat sogar positiv auf die Gesundheit auswirken und den Blutdruck senken k\u00f6nnen [2]. Auch eine Leistungssteigerung durch Nitrat konnte in klinischen Studien bereits nachgewiesen werden [3] . Das ist sicherlich mit ein Grund daf\u00fcr, dass es Rote R\u00fcben-S\u00e4fte f\u00fcr Leistungssportler im Handel gibt.<\/p>\n<\/div>\n<h1>Stark gegen Karies<\/h1>\n<h2>Studie 1<\/h2>\n<p>In einer \u00f6sterreichischen Studie der Fachhochschule Ober\u00f6sterreich konnte im Jahr 2015 die Wirkung Roter R\u00fcben gegen Karies gezeigt werden. F\u00fcr seine Untersuchungen testete der Lebensmitteltechnologe Otmar H\u00f6glinger mit seinem Team zun\u00e4chst sieben Rote-R\u00fcben-Sorten auf ihren Nitratgehalt. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Sorte \u201eMona Lisa\u201c rund zehnmal so viel Nitrat wie andere Sorten enth\u00e4lt [4].<\/p>\n<p>Beim Verzehr von Roten R\u00fcben l\u00e4uft im K\u00f6rper der so genannte Nitrat-Nitrit-Kreislauf ab: Das \u00fcber die R\u00fcbe aufgenommene Nitrat wird durch den Speichel im Mundraum verteilt. Das saure Milieu bewirkt eine Reduktion von Nitrat zu Nitrit, und in weiterer Folge dann zu Stickstoffmonoxid, welches eine stark bakterizide (keimt\u00f6tende) Wirkung besitzt. Und Bakterien gibt es in unserem Mund ausreichend: auf unserem Zahnbelag ern\u00e4hren sie sich von Kohlenhydraten aus unserem Essen und bilden dabei S\u00e4ure, die den Zahnbelag angreift. Das Resultat ist Karies. Entsteht nun aus dem Nitrit der Roten R\u00fcben Stickstoffmonoxid, sollte dieses gegen die milchs\u00e4ure-produzierenden Keime im Zahnschmelz wirken, so die Folgerung der Forscher.<\/p>\n<h2>Studie 2<\/h2>\n<p>In einer weiteren Studie konnten H\u00f6glinger und Kollegen das dann auch nachweisen: Tranken Probanden Rote R\u00fcben-Saft, erh\u00f6hten sich ihre Nitrit-, Nitrat- und Stickstoffmonoxid-Werte im Mund, und der pH-Wert ver\u00e4nderte sich und wurde weniger sauer [5]. Rote R\u00fcben verhindern somit ein \u00dcbers\u00e4uern der Spucke und tragen dadurch zur Kariespr\u00e4vention bei.<\/p>\n<p><strong>Referenzen<\/strong><\/p>\n<p>[1] Kanner J., Harel S und Granit R.: Betalains&#8211;a new class of dietary cationized antioxidants (2001). J Agric Food Chem. 2001 Nov;49(11):5178-85.<\/p>\n<p>[2] Bahadoran Z., Mirmiran P., Kabir A. et al.: The Nitrate-Independent Blood Pressure-Lowering Effect of Beetroot Juice: A Systematic Review and Meta-Analysis (2017). Adv Nutr. 2017 Nov 15;8(6):830-838. doi: 10.3945\/an.117.016717.<\/p>\n<p>[3] Tan R., Wylie LJ., Thompson C. et al.: Beetroot juice ingestion during prolonged moderate-intensity exercise attenuates progressive rise in O2 uptake (2018). J Appl Physiol (1985). 2018 May 1;124(5):1254-1263. doi: 10.1152\/japplphysiol.01006.2017<\/p>\n<p>[4] <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0889157515001003\">Wruss J., Waldenberger G., Huemer S. et al.: Compositional characteristics of commercial beetroot products and beetroot juice prepared from seven beetroot varieties grown in Upper Austria (2015). Journal of Food Composition and Analysis, Volume 42, September 2015, Pages 46-55<\/a><\/p>\n<p>[5] <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1089860316301409?via%3Dihub\">Hohensinn B., Haselgr\u00fcbler R., M\u00fcller U. et al.: Sustaining elevated levels of nitrite in the oral cavity through consumption of nitrate-rich beetroot juice in young healthy adults reduces salivary pH (2016). Nitric Oxide. 2016 Nov 30;60:10-15. doi: 10.1016\/j.niox.2016.08.006.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn sie nicht jedem schmecken: Rote R\u00fcben sind gesund, so viel ist bekannt. Weniger gel\u00e4ufig ist, dass das bunte Gem\u00fcse auch gegen Karies wirkt. Die bESSERwisser haben recherchiert, warum rote R\u00fcben so gesund sind und welche Inhaltsstoffe sie zum Schutzschild gegen Karies machen. 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