{"id":1924,"date":"2018-10-02T12:10:45","date_gmt":"2018-10-02T10:10:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=1924"},"modified":"2018-10-02T12:10:45","modified_gmt":"2018-10-02T10:10:45","slug":"famose-allulose-abnehmen-trotz-suessigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/famose-allulose-abnehmen-trotz-suessigkeiten\/","title":{"rendered":"Famose Allulose: Abnehmen trotz S\u00fc\u00dfigkeiten?"},"content":{"rendered":"<div class=\"SnippetPreview__MobileDescription-iHXWQq iJbTTk SnippetPreview__DesktopDescription-cqTIVA cvdftU\">\n<div class=\"SnippetPreview__MobileDescription-iHXWQq iJbTTk SnippetPreview__DesktopDescription-cqTIVA cvdftU\">Gibt es Alternativen zu Zucker, die genauso gut schmecken? Allulose ist ein neuartiger Zucker, der einen geringen Kaloriengehalt hat. Die bESSERwisser haben recherchiert.<\/div>\n<\/div>\n<p>Ein hoher Zuckerkonsum wird als eine der relevantesten Ursachen f\u00fcr \u00dcbergewicht und Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen genannt. Erwachsene sollten nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) maximal 50 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen, durchschnittlich verzehren sie allerdings etwa 93 Gramm pro Tag. [1,2]<\/p>\n<p>Gesundheitsbewusste und besonders Abnehmwillige versuchen es mit verschiedenen anderen S\u00fc\u00dfungsmitteln, die aber oft nicht den gew\u00fcnschten Effekt haben. Einige der S\u00fc\u00dfstoffe stehen erst recht im Verdacht, \u00fcber die Ver\u00e4nderung der Darmflora bzw. \u00fcber die Beeinflussung des S\u00e4ttigungsgef\u00fchls zur Gewichtszunahme beizutragen [3]. Mehr dazu im HungryforScience-Artikel <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/halten-suessstoffe-wirklich-schlank\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Machen S\u00fc\u00dfstoffe wirklich schlank?&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Die gerne eingesetzten Zuckeralkohole (wie Sorbit, Xylit, Erythrit usw.) d\u00fcrfen nur in kleineren Mengen genossen werden, da sie ab einer bestimmten, individuell sehr unterschiedlichen Menge abf\u00fchrend wirken. Alle S\u00fcssungsmittel haben das zus\u00e4tzliche Problem, dass sie sich nur bedingt zum Backen von Kuchen und Torten eigenen, da ihnen die Volumen- und Textur-Eigenschaften von Zucker fehlen und zudem lassen sie geschmacklich oft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Das liegt daran, dass sie keine geschmacksverst\u00e4rkende und -abrundende Wirkung wie Zucker haben, der viele Aromen erst zur vollen Entfaltung bringt. Auch die konservierenden Eigenschaften von Zucker (z.B. in Konfit\u00fcren oder Gelees) k\u00f6nnen nicht so leicht ersetzt werden. Mehr Informationen dazu findet man im HungryforScience-Artikel <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/aus-fluessig-wird-fest-marmelade-und-co\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Aus fl\u00fcssig wird fest: Marmelade und Co&#8220;<\/a>.<\/p>\n<h2>Zucker ohne Kalorien<\/h2>\n<p>In Japan wird ein beinahe kalorienfreier Zucker, die Allulose, schon seit 2010 hergestellt. Auch in anderen L\u00e4ndern gibt es Allulose l\u00e4ngst im Handel. Sie ist allerdings sehr teuer und wird vor allem als Abnehmprodukt beworben (z.B. in den USA: ca. 200 Milliliter um knapp 13 US-Dollar).<\/p>\n<p>Und in der Europ\u00e4ischen Union? Ein deutsches Start-up-Unternehmen, Savanna Ingredients, entwickelt eine neue Technik um Allulose billiger herstellen zu k\u00f6nnen. Und zwar nicht aus Fructose-Mais-Sirup wie in den USA, sondern aus Zuckerr\u00fcben. Derzeit l\u00e4uft in der EU daf\u00fcr ein Zulassungsverfahren nach der Novel-Food-Verordnung [4]. Es wird sicher noch zwei bis drei Jahre dauern, bis Allulose genehmigt wird, sie soll dann als \u201ekalorienfreier Zucker\u201c vermarket werden. Auch wenn sie nicht ganz kalorienfrei ist, sondern nur stark kalorienreduziert: 100 Gramm Zucker hat einen Energiewert von 400 kcal (=Kilokalorien=1700 kJ) [5], 100 Gramm Allulose nur 20 kcal [6].<\/p>\n<h2><\/h2>\n<div class=\"highlight\">\n<h2>Allulose und ihre Wirkung<\/h2>\n<p>Allulose, fr\u00fcher auch Psicose genannt, ist ein Monosaccharid (Einfachzucker), das in der Natur nur selten und nur in kleinen Mengen vorkommt. WissenschaftlerInnen nahmen sie als Vorbild, um die Molek\u00fclstruktur von anderen Sacchariden enzymatisch zu ver\u00e4ndern und so Allulose in gr\u00f6\u00dferen Mengen zu gewinnen. Allulose kann vom Menschen nicht wie Glukose verstoffwechselt werden und muss weitgehend ungenutzt wieder ausgeschieden werden, dadurch liefert sie kaum Energie. Sie wird \u00e4hnlich wie Zuckeralkohole im Stoffwechsel abgebaut.<\/p>\n<p>Nach Versuchen an Tieren (Ratten, M\u00e4usen) werden inzwischen auch etliche Studien mit Menschen durchgef\u00fchrt, die vielversprechende Ergebnisse bringen. Der Abnehm-Effekt ist deutlich zu messen, sch\u00e4dliche Nebenwirkungen sind derzeit noch nicht bekannt. Allulose kurbelt die Fettverbrennung an, w\u00e4hrend die Kohlenhydratverbrennung sinkt. Der Metabolismus von Fettleibigen wird dadurch normalisiert. [7,8] Allerdings ben\u00f6tigt es noch weitere Studien, um die Zulassung in der EU zu erhalten. Gerade was die Dosis von Allulose angeht, ist man sich noch nicht sicher: es m\u00fcssen die ADI-Werte (akzeptable t\u00e4gliche und lebenslange Aufnahmemenge) festgelegt werden.<\/p>\n<p>Obwohl Allulose nur etwa 70 % der S\u00fc\u00dfkraft von Zucker hat, besitzt sie viele andere wichtige Eigenschaften von Zucker wie z.B. \u00e4hnliche Eigenschaften bez\u00fcglich Volumen und Textur beim Backen. Man kann sie karamellisieren und die Maillard-Reaktion (siehe HungryforScience-Artikel <a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/braten-backen-karamellisieren-chemie-des-guten-geschmacks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Braten, Backen, Karamellisieren \u2013 Chemie des guten Geschmacks&#8220;<\/a>) gelingt damit [9]. Auch Aromen verst\u00e4rken und abrunden kann sie \u00e4hnlich wie Zucker. Dadurch k\u00f6nnte sie nicht nur in Haushalten, sondern auch von der Lebensmittelindustrie gut verwendet werden.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Man wird noch ein paar Jahre warten m\u00fcssen, um herauszufinden, ob Naschen ohne Gewichtszunahme funktioniert und was es f\u00fcr Nebeneffekte haben wird. Ob der neue Hype f\u00fcr viele Menschen mit Verdauungsproblemen und Unvertr\u00e4glichkeiten endet, \u00e4hnlich wie bei g\u00e4ngigen Zuckeralkoholen? Abnehmen trotz eines hohen S\u00fc\u00dfigkeitenkonsums klingt doch irgendwie zu paradiesisch, um wahr zu sein.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Quellen:<\/h2>\n<p>[1] \u00d6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit, WHO-Zuckerempfehlungen: <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/themen\/ernaehrung\/who-zucker-empfehlungen\/\">https:\/\/www.ages.at\/themen\/ernaehrung\/who-zucker-empfehlungen\/<\/a>. Abgerufen am 26.09.18<\/p>\n<p>[2] Der Standard.at; Zuckerkonsum: Die s\u00fc\u00dfen Schattenseiten der Ern\u00e4hrung: <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000052304442\/Zuckerkonsum-Die-suessen-Schattenseiten-der-Ernaehrung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/derstandard.at\/2000052304442\/Zuckerkonsum-Die-suessen-Schattenseiten-der-Ernaehrung<\/a>. Abgerufen am 27.09.18<\/p>\n<p>[3] Cabral, T., Pereira, M., Falchione, A., et.al.: Artificial Sweeteners as a Cause of Obesity: Weight Gain Mechanisms and Current Evidence (2018). Health, May 5, 10: 700-717. doi: 10.4236\/health.2018.105054. <a href=\"http:\/\/www.scirp.org\/journal\/PaperInformation.aspx?paperID=84959\">http:\/\/www.scirp.org\/journal\/PaperInformation.aspx?paperID=84959\u00a0<\/a><\/p>\n<p>[4] \u00d6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit, Neuartige Lebensmittel: <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/themen\/lebensmittelsicherheit\/neuartige-lebensmittel\/\">https:\/\/www.ages.at\/themen\/lebensmittelsicherheit\/neuartige-lebensmittel\/<\/a>. Abgerufen am 27.09.18<\/p>\n<p>[5] N\u00e4hrwerterechner.de, N\u00e4hrwerte Zucker wei\u00df: <a href=\"https:\/\/www.naehrwertrechner.de\/naehrwerte\/Zucker+wei%C3%9F\/\">https:\/\/www.naehrwertrechner.de\/naehrwerte\/Zucker+wei%C3%9F\/\u00a0<\/a>. Abgerufen am 27.09.18<\/p>\n<p>[6] Deutsches Bundeszentrum f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Allulose: <a href=\"https:\/\/www.bzfe.de\/inhalt\/bzfe-newsletter-nr-28-vom-11-juli-2018-32567.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bzfe.de\/inhalt\/bzfe-newsletter-nr-28-vom-11-juli-2018-32567.html<\/a>. Abgerufen am 27.09.18<\/p>\n<p>[7] Kimura T., Kanasaki A., Hayashi N. et.al.: d-Allulose enhances postprandial fat oxidation in healthy humans (2017). Nutrition, June 29, 43\u201344: 16-20: <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0899900717301181\">https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0899900717301181<\/a><\/p>\n<p>[8] Han Y., Kwon E-Y., Yu M.K. et.al.: A Preliminary Study for Evaluating the Dose-Dependent Effect of d-Allulose for Fat Mass Reduction in Adult Humans: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial (2018). Nutrients, Jan 29;10(2): 160; doi:10.3390\/nu10020160 <a href=\"http:\/\/www.mdpi.com\/2072-6643\/10\/2\/160\/htm\">http:\/\/www.mdpi.com\/2072-6643\/10\/2\/160\/htm<\/a><\/p>\n<p>[9] Oshima H., Ozaki Y., Kitakubo Y. und Hayakawa S.: Decrease in the d-Psicose Content of Processed Foods Fortified with a Rare Sugar (2014). Food Science and Technology Research 20(2):415-421. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3136\/fstr.20.415\">https:\/\/doi.org\/10.3136\/fstr.20.415<\/a>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.jstage.jst.go.jp\/article\/fstr\/20\/2\/20_415\/_article\/-char\/en\">https:\/\/www.jstage.jst.go.jp\/article\/fstr\/20\/2\/20_415\/_article\/-char\/en<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es Alternativen zu Zucker, die genauso gut schmecken? Allulose ist ein neuartiger Zucker, der einen geringen Kaloriengehalt hat. Die bESSERwisser haben recherchiert. 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