{"id":1083,"date":"2017-03-17T08:41:09","date_gmt":"2017-03-17T08:41:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/?p=1083"},"modified":"2017-03-20T15:14:30","modified_gmt":"2017-03-20T15:14:30","slug":"huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen\/","title":{"rendered":"H\u00fclsenfr\u00fcchte &#8211; Vor dem Kochen salzen?"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Verpackung\u00a0vieler H\u00fclsenfr\u00fcchte findet man die Empfehlung: \u201eErst nach Ende der Garzeit salzen\u201c.\u00a0Die\u00a0g\u00e4ngige Annahme ist, dass sich die Kochzeit sonst deutlich verl\u00e4ngern w\u00fcrde. Ungekl\u00e4rt bleibt, ob dieser Mythos wirklich wahr ist. Deshalb\u00a0haben die bESSERwisser nachgeforscht und selbst experimentiert\u2026<\/p>\n<h2>H\u00fclsenfr\u00fcchte \u2013 Wichtige Eiwei\u00dflieferanten<\/h2>\n<p>H\u00fclsenfr\u00fcchte tragen einen gro\u00dfen Teil zur weltweiten Eiwei\u00dfversorgung bei. Aus diesem Grund z\u00e4hlen sie im mittleren Osten, S\u00fcdamerika, Afrika und Asien zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Die bei uns am h\u00e4ufigsten konsumierten H\u00fclsenfr\u00fcchte sind Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen.\u00a0H\u00fclsenfr\u00fcchte enthalten 20-35% Eiwei\u00df und kommen den Werten von tierischen Produkten damit sehr nahe.\u00a0Ihre\u00a0Samen sind\u00a0au\u00dferdem \u00a0reich an l\u00f6slichen Ballaststoffen, die sich positiv auf die\u00a0Verdauungst\u00e4tigkeit auswirken.\u00a0Die Ballaststoffe verringern\u00a0auch die k\u00f6rpereigene Cholesterinproduktion, was eine Senkung der Blutfette bewirkt. Linsen &amp; Co\u00a0bremsen den Anstieg des Blutzuckerspiegels und bringen eine l\u00e4ngere S\u00e4ttigung mit sich.\u00a0H\u00fclsenfr\u00fcchte sind auch reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Das macht sie zur wichtigen Quelle f\u00fcr Eisen, Zink und Fols\u00e4ure f\u00fcr Vegetarier\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Pflanzenbau\/Ackerbau\/_Texte\/Eiweisspflanzenstrategie.html\">[1]<\/a>.<\/p>\n<h2>Vor dem Kochen salzen?<\/h2>\n<p>Thomas Vilgis <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Thomas_Vilgis\">[2]<\/a>, ein theoretischer Physiker und Wissenschaftskommunikator, hat sich dem Problem bereits angenommen. Der vielfache Buchautor meint: In Salzwasser gegarte H\u00fclsenfr\u00fcchte sind schneller weich und gar <a href=\"http:\/\/www.freitag-ziegler.de\/blog-salat\/huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen\/\">[3]<\/a>. Grund daf\u00fcr ist die\u00a0Zusammensetzung\u00a0ihrer Schale, die zu gro\u00dfen Teilen aus Pektinketten besteht.<\/p>\n<div class=\"highlight\">Pektine sind pflanzliche Polysaccharide, also langkettrige Zuckermolek\u00fcle. Diese Molek\u00fclketten bilden ein dichtes Netz und somit die harte Schale der H\u00fclsenfr\u00fcchte. Beim Kochen soll dieses Netz gelockert und vom Wasser durchsetzt werden. Dadurch werden die H\u00fclsenfr\u00fcchte weich und essbar <a href=\"http:\/\/www.wissenschaft-im-dialog.de\/projekte\/wieso\/artikel\/beitrag\/warum-garen-huelsenfruechte-in-gesalzenem-wasser-schlechter\/\">[4]<\/a>.<br \/>\nDurch das Kochen wird die thermische Energie der Zuckermolek\u00fclketten erh\u00f6ht und die Eigenbewegung der Molek\u00fcle infolgedessen angeregt. Das schnellere Schwingen der einzelnen Teilchen lockert die Bindungen, und die dicht verwobene Netzstruktur wird destabilisiert. Dieser Vorgang kann durch die Beigabe von Salz unterst\u00fctzt werden. Salz besteht aus Natrium und Chlorid (Na+Cl-). Es l\u00f6st sich im Wasser in diese Bestandteile auf, die sich in den Pektinketten einlagern. Dadurch wird das Netz gelockert, und die molekulare Struktur ver\u00e4ndert sich. Somit ist die Schale der H\u00fclsenfr\u00fcchte bereits fr\u00fcher durchl\u00e4ssig f\u00fcr das Wasser.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Experiment<\/h2>\n<p>Um die Frage &#8222;Salz ins Kochwasser &#8211; ja oder nein&#8220;\u00a0zu testen,\u00a0haben die bESSErwisser ein kleines Experiment vorbereitet. \u00dcber Nacht in Wasser eingeweichte Kichererbsen wurden\u00a0auf zwei verschiedene T\u00f6pfe aufgeteilt. Die eine H\u00e4lfte der Kichererbsen wurden in gut gesalzenem, die andere H\u00e4lfte in ungesalzenem Wasser gekocht. Nach 45 Minuten waren\u00a0die H\u00fclsenfr\u00fcchte in beiden T\u00f6pfen\u00a0fast durch. Laut subjektivem Eindruck waren die Kichererbsen aus dem gesalzenen Wasser ein wenig weicher. Nach 60 Minuten waren beide Varianten gar, und auch hier waren die mit Salz gekochten Kichererbsen etwas weicher und weniger br\u00f6selig als die ohne Salz gekochten. Von der Kochzeit her gab es keinen Unterschied \u2013 beide Varianten waren durch und genie\u00dfbar. Fazit:\u00a0Das\u00a0Salzen bringt\u00a0zwar keine Zeitersparnis, erh\u00f6ht aber den Genuss-Faktor.<\/p>\n<div id=\"attachment_1088\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen\/img_2494\/\" rel=\"attachment wp-att-1088\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1088\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1088 size-medium\" src=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2494-300x200.jpg\" alt=\"Zwei Sch\u00fcsseln mit Kichererbsen (gesalzen und ungesalzen)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2494-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2494-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.openscience.or.at\/hungryforscienceblog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2494-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1088\" class=\"wp-caption-text\">Die zwei Testportionen &#8211; einmal gesalzen, einmal ungesalzen.<\/p><\/div>\n<h2>Fazit \u2013 Salzen oder nicht salzen?<\/h2>\n<p>Die bESSERwisser sind sich einig: Das\u00a0Salzen bringt\u00a0zwar keine Zeitersparnis, erh\u00f6ht aber den Genuss-Faktor.<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<p>[1]<a href=\"http:\/\/www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Pflanzenbau\/Ackerbau\/_Texte\/Eiweisspflanzenstrategie.html\"> Bundeministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Eiwei\u00dfpflanzenstrategie des BMELV: www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Pflanzenbau\/Ackerbau\/_Texte\/Eiweisspflanzenstrategie.html<\/a><br \/>\n[2] <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Thomas_Vilgis\">www.researchgate.net\/profile\/Thomas_Vilgis<\/a><br \/>\n[3] <a href=\"http:\/\/www.freitag-ziegler.de\/blog-salat\/huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen\/\">www.freitag-ziegler.de\/blog-salat\/huelsenfruechte-vor-oder-nach-dem-kochen-salzen\/<\/a><br \/>\n[4] <a href=\"http:\/\/www.wissenschaft-im-dialog.de\/projekte\/wieso\/artikel\/beitrag\/warum-garen-huelsenfruechte-in-gesalzenem-wasser-schlechter\/\">www.wissenschaft-im-dialog.de\/projekte\/wieso\/artikel\/beitrag\/warum-garen-huelsenfruechte-in-gesalzenem-wasser-schlechter\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Verpackung\u00a0vieler H\u00fclsenfr\u00fcchte findet man die Empfehlung: \u201eErst nach Ende der Garzeit salzen\u201c.\u00a0Die\u00a0g\u00e4ngige Annahme ist, dass sich die Kochzeit sonst deutlich verl\u00e4ngern w\u00fcrde. 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