Zweijähriges SchülerInnen-Hautprojekt erfolgreich abgeschlossen

SchülerInnen beim Experimentieren, Bild: Open Science - Lebenswissenschaften im Dialog (CC BY-SA-ND 3.0 AT)

Das Thema Haut war für etliche SchülerInnen der HTL Spengergasse in Wien für zwei Jahre lang Fixpunkt im Unterricht. Im Rahmen des Sparkling Science Projekts „Die genetische Landkarte der gesunden menschlichen Haut“ arbeiteten die jungen Leute intensiv mit dem Hautforscher Michael Mildner und seinen MitarbeiterInnen von der Medizinischen Universität Wien sowie dem Team von Open Science zusammen.

Enge Zusammenarbeit von SchülerInnen und WissenschaftlerInnen

Die Haut ist eines der größten und komplexesten Organe des menschlichen Körpers. Sie dient uns als Schutzbarriere vor äußeren Einflüssen, bietet aber auch einen wichtigen immunologischen Schutz und ist ein Kontakt- und Sinnesorgan.

Ziel des Citizen Science Hautprojekts war es einerseits, die beteiligten SchülerInnen aktiv in die Forschung mit einzubeziehen und ihnen vertiefendes Wissen zum Thema Haut zu vermitteln. Die jungen Leute leisteten andererseits auch einen wichtigen Beitrag für die ForscherInnen und in weiterer Folge für die wissenschaftliche Haut-Community: Sie setzen ihre Kompetenzen im Bereich der Informatik dazu ein, um mit den Daten aus dem Forschungslabor eine interaktive Landkarte der gesunden menschlichen Haut zu erstellen, in der die Expression von Genen den verschiedenen Zelltypen in der Haut zugewiesen werden kann. Erkenntnisse über die gesunde Haut können in weiterer Folge dabei helfen, Erkrankungen der Haut besser zu verstehen und Therapieansätze für eine Behandlung zu liefern.

Lernen, experimentieren und eintauchen in die Bioinformatik

In den beiden Projektjahren gab es für die SchülerInnen der Klasse 4AHBGM aus dem Fachbereich Biomedizin und Gesundheitstechnik der HTL Spengergasse ein abwechslungsreiches Schulprogramm zum Thema Haut. Michael Mildner, Projektverantwortlicher und Leiter eines Dermatologie-Forschungslabors an der Medizinischen Universität Wien, hielt zum Projektauftakt einen Einführungs-Vortrag an der Schule und gab erste Einblicke in seine Forschungsarbeit. Im weiteren Projektverlauf konnten die jungen Leute noch tiefer ins Thema eintauchen und im Vienna Open Lab zum Thema DNA, RNA und Proteine experimentieren. Auch ins Forschungslabor von Michael Mildner und seinem Team gab es eine Exkursion: Hier konnten sich die SchülerInnen ein Bild vom Alltag der WissenschaftlerInnen machen und  selbst kleine Versuche durchführen. Im zweiten Projektjahr wurden den Jugendlichen in einem Workshop die Grundlagen der Bioinformatikvermittelt, und sie wurden mit dem Berufsbild des Bioinformatikers/ der Bioinformatikerin vertraut gemacht.

Software-Entwicklung an der Schule

Auch eine Vektorgrafik der menschlichen Haut wurde von den SchülerInnen im Rahmen des Projekts entwickelt. Michael Mildner analysierte mit seinem Team im Labor mehr als 25.000 humane mRNAs aus verschiedenen Zelltypen der gesunden menschlichen Haut und verglich diese miteinander.

Die SchülerInnen arbeiteten die dabei entstandenen Datenmengen bioinformatisch auf und entwickelten im Informatikunterricht ein Softwareprogramm, das alle gewonnenen Gen-Daten der einzelnen Zelltypen in einer Datenbank speichert und mit einer Vektorgrafik der Haut verknüpft. So entstand eine interaktive Landkarte der gesunden menschlichen Haut, in der die Expression von Genen den verschiedenen Zelltypen in der Haut zugewiesen werden kann. Diese wurde durch eine NutzerInnenbefragung evaluiert und steht nun als "Open Access" Programm WissenschaftlerInnen und anderen NutzerInnen zur Verfügung.

Teilnahme am Wiener Forschungsfest

Die Wissenschaftskommunikation kam bei dem Sparkling Science Projekt ebenfalls nicht zu kurz: Nach einem Einführungs-Workshop mit Mitarbeiterinnen von Open Science wirkten SchülerInnen aus dem Projekt bei der Konzeption der Haut-Mitmachstation für das Wiener Forschungsfest 2018 mit. Die Jugendlichen halfen dann auch bei der Betreuung der Station "Tausendsassa Haut" mit. Diese erfreute sich großer Beliebtheit: Rund 1.800 Wissenschaftsbegeisterte experimentierten und diskutierten fleißig mit den ExpertInnen und den jungen Leuten.

Am Projekt beteiligte SchülerInnen präsentierten ihre Projektergebnisse bei zwei wissenschaftlichen Fachtagungen. „Die genetische Landkarte der gesunden menschlichen Haut“ wurde außerdem von Open Science auch auf einem internationalen Kongress für Wissenschaftskommunikation (EUSEA 2018 in Madrid) vorgestellt.

Danke!

Das Team von Open Science bedankt sich an dieser Stelle bei seinen ProjektpartnerInnen für die tolle Zusammenarbeit:

  • Bei Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Michael Mildner und seinem Team von der Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität Wien (Projektleitende Einrichtung)
  • Bei allen SchülerInnen der Klasse 4/5AHBGM, Fachbereich Biomedizin und Gesundheitstechnik der HTL Spengergasse Wien und ihren Lehrern Christian Camrda und DI Robert Jelinek (Schulpartner)

Wir freuen uns über ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt, das uns großen Spaß gemacht hat!

as, 26.08.2019

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