Kinder-KURIER begleitet 3. TeaTime4Schools DNA-Workshop

Heinz Wagner, Kinder-KURIER

Am 20. September 2018 war bereits zum dritten Mal eine Gruppe von SchülerInnen der HBLA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg bei uns im Vienna Open Lab zu Gast und nahm an einem der vier DNA-Workshops im Rahmen des Projekts TeaTime4Schools teil.

Was bisher geschah

Die teilnehmenden Klassen der HBLA für Wein- und Obstbau vergraben standardisierte Teebeutel zu vier verschiedenen Jahreszeiten in drei verschiedenen Weinberg-Böden. Zusätzlich zur Bestimmung des Teabag Index, einem Maß für die Zersetzung organischen Materials, werden beim Ausgraben der Teebeutel Bodenproben genommen und aus Teebeutelinhalt und Bodenprobe von den SchülerInnen der HBLA DNA isoliert. So kann die mikrobielle Zusammensetzung des Bodens analysiert, mit jener der Teebeutel verglichen und das "Who is Who" - also das Mikrobiom der Teebeutelzersetzung - bestimmt werden.

Bereits im März und Juni 2018 verbrachten SchülerInnen-Gruppen der HBLA einen Tag im Vienna Open Lab, um aus den jeweils drei Monate in der Erde vergrabenen Teebeutel (und Bodenproben der unterschiedlichen Standorte) DNA zu isolieren und zu analysieren.

Kinder- KURIER begleitete den Forschungstag

Auch am 20. September startete der Forschungstag wieder früh morgens am Gelände der HBLA in Klosterneuburg, wo die SchülerInnen die im Juni vergrabenen Rotbusch- und Grünteebeutel ausbuddelten, Bodenproben nahmen und neue Teebeutel eingruben. Das Besondere diesmal: Heinz Wagner vom Kinder- KURIER und der Kameramann Carlos vom KURIER- Sender "schau.tv" waren mit dabei und begleiteten die Jugendlichen einen Tag lang.

Der daraus entstande Artikel und der Film-Beitrag ist auf Kurier.at nachzulesen bzw. zu sehen (schau.tv-Beitrag weiter unten im Artikel).

Ablauf des DNA-Workshops

Gut gekühlt brachte die HBLA die Proben dann ins Vienna Open Lab, wo ein mehrstündiger Workshop stattfand. Bei diesem lernten die interessierten SchülerInnen, wie man aus Teebeuteln und Bodenproben DNA isoliert. Im Anschluss testeten sie die Proben auf das Vorhandensein prokaryotischer DNA. Dafür wurde das 16S rRNA- Gen, als Marker für Prokaryoten, mithilfe einer PCR (Polymerase Chain Reaction = Polymerasekettenreaktion) vervielfältigt und dann eine Gelelektrophorese durchgeführt. In den Wartezeiten lauschten die SchülerInnen Theorie-Vorträgen zu molekularbiologischen Methoden und den Hintergründen des Projekts.

Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES), Open Science – Lebenswissenschaften im Dialog und die HBLA für Wein- und Obstbau arbeiten gemeinsam an dem Projekt. Außerdem unterstützen externe ExpertInnen des SOWA-Instituts (Soil and Water Research) Budweis under des DOME-Instituts der Uni Wien die SchülerInnen bei der Analyse der Sequenzierungsergebnisse. Einige der Projektpartner waren bei dem Workshop dabei und unterstützten die SchülerInnen bei ihrer Arbeit am Feld und im Labor.

150 Schulklassen nehmen österreichweit am Projekt teil

Neben den Projektklassen der HBLA Klosterneuburg, die in großem Rahmen über ein Jahr hinweg an TeaTime4Schools teilnehmen, arbeiten SchülerInnen von 150 Klassen in ganz Österreich an dem Projekt TeaTime4Schools mit. Dabei können sie als Citizen Scientists mit der Teabag Index-Methode mithelfen, die Zersetzungsvorgänge pflanzlichen Materials im Boden zu erforschen.

Im Rahmen dieses Projektteils wurden vor den Sommerferien 2018 Teebeutel auf einer Grünfläche (Wiese, Maisfeld, Waldboden), die nahe der Schule gelegenen ist, vergraben und vom Standort GPS-Daten notiert. Nach drei Monaten wurden die Beutel im September wieder ausgegraben, getrocknet, gewogen und die Ergebnisse samt GPS-Daten anschließend in eine Karte eingetragen, anhand derer WissenschaftlerInnen österreichweite und später auch weltweite Daten vergleichen können. So können beispielsweise die Einflüsse von Standort und Bodenzusammensetzung auf die Zersetzungsgeschwindigkeit analysiert werden. Grundlagen zum Thema Boden sowie zur Auswertung und Interpretation der Daten wurden den beteiligten PädagogInnen im Rahmen eines Workshops im April näher gebracht. Bei der großen Abschlusspräsentation im Frühjahr 2019 werden die zusammengeführten Ergebnisse aller – auf ganz Österreich verteilten – Schulklassen präsentiert.

Mehr Informationen finden sie auch auf http://teatime4schools.at/.            

Bei weiteren Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an kinz@openscience.or.at .

 

ja, 02.10.2018

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